Tokio (JAPANMARKT) – Der Infiniti QX50 bekommt als erstes Serienauto der Welt einen Verbrennungsmotor mit einer variablen Verdichtung. Das Aggregat stammt ausgerechnet von dem Elektroautopionier Nissan.

Verbesserter Verbrennungsmotor

Denn mit dem VC Turbo beweist der japanische Renault-Partner, dass sich der Verbrennungsmotor noch erheblich verbessern lässt, bevor die Branche von Kraftstoff auf Strom umsteigt. Durch die variable Kompression des Zweiliter-Turbobenziners lässt sich nämlich gleichzeitig Kraftstoff sparen und das Drehmoment erhöhen.

Der Antrieb dient damit als Alternative zum ähnlich sparsamen und leistungsstarken Turbodieselmotor, weil die Abgase nicht gereinigt werden müssen.

Bei diesem neuartigen Motor schwankt das Kompressionsverhältnis zwischen acht zu eins und 14 zu eins. Üblich sind Raten von sechs zu eins und zehn zu eins. Bei hoher Verdichtung wird der Kraftstoff besser verwertet und dadurch der Verbrauch gesenkt. Bei tiefer Verdichtung lassen sich Leistung und Drehmoment erhöhen.

Hochkompression als technologische Herausforderung

Das neue Triebwerk kombiniere die Kraft eines Zweiliter-Turbobenzinmotors mit dem Drehmoment und der Effizienz eines Vierzylinder-Dieselmotors, erklärte Nissan. Bei Frontantrieb sei der Verbrauch um 35 Prozent und bei einem Allradantrieb um 30 Prozent niedriger als der QX50-Vorgänger mit einem 3,5-Liter-V6-Benziner.

Außer Nissan hat bisher nur Mazda einen Verbrennungsmotor mit Hochkompression entwickelt, weil sich diese Technologie nur extrem schwer beherrschen lässt.

Bei dem Skyactive-X-Aggregat von Mazda wird ein extrem mageres Benzin-Luft-Gemisch so hoch verdichtet, dass es sich wie beim Diesel selbst entzündet (JAPANMARKT berichtete). Mazda verspricht ähnliche Verbesserungen von Effizienz und Leistung wie Nissan sie erreicht. Das erste Mazda-Serienmodell mit dem Motor kommt 2018 auf den Markt.

Foto: VC-Zweiliter-Turbomotor (Nissan)