Tokio (JAPANMARKT) – Der Online-Restaurantführer „Gurunavi“ hat Japans „Gericht des Jahres 2017“ gekürt. Überraschenderweise ist es eine westliche Speise.

Brust statt Schenkel

Denn gewonnen haben Gerichte mit Hähnchenbrust – etwa in Kombination mit Reis oder Salat. Aus westlicher Sicht wirkt diese Wahl nicht besonders innovativ, weil Brustfleisch von Hühnern und Puten dort eine gängige Speise ist. Salat mit Hähnchenfleisch steht auf vielen Speisekarten in Deutschland.

Aber die Japaner bevorzugten bisher Hähnchenschenkel. Gegrillt werden sie zum Beispiel oft zu Weihnachten gegessen. Dagegen wurde Brustfleisch eher gemieden, weil es für geschmacksarm, hart und trocken gehalten wurde. Diese Einstellung hat sich offenbar geändert.

Damit wird die jährliche Wahl einer Trendspeise für Japan ihrem eigenen Anspruch gerecht, auch eine Aussage über einen Wandel der Gesellschaft zu treffen.

Früher hart und trocken, heute zart und saftig

Der Restaurantführer „Gurunavi“ (eine Wortschöpfung aus „Gourmet“ und „Navigation“) erklärte den Trend zur Hähnchenbrust jedenfalls mit der alternden Gesellschaft und der Zunahme von gesundheitsbewussten Konsumenten.

Die Hähnchenbrust enthalte wenig Fett und viel Eiweiß, begründete das Magazin seine diesjährige Entscheidung. Gleichzeitig hätten die Verbraucher den höheren Anteil an zwei gesundheitsfördernden Antioxidantien im Hähnchenbrustfleisch entdeckt.

Zugleich hätten Japans kreative Köche es geschafft, die Hähnchenbrust durch bestimmte Kochtechniken zart und saftig zu servieren und dabei das alte Vorurteil zu überwinden. Als Beispiele nennt das Magazin das Vakuumgaren bei niedriger Hitze und fermentierte Marinaden mit Koji-Pilzen und Salz.

Foto: Hähnchenbrust auf Salat (Gurunavi)