Tokio (JAPANMARKT) – Seit einem Jahrzehnt besitzt Samsung Electronics nahezu ein Monopol für Bildschirme mit organischen Leuchtdioden. Jetzt macht ein japanischer Hersteller den Koreanern endlich Konkurrenz – und dies mit einer eigenen Technologie.

Drucken statt Aufdampfen

Der Produzent JOLED hat in dieser Woche die ersten Bildschirme mit OLED-Technologie ausgeliefert. Sie haben eine Diagonallänge von knapp 55 Zentimetern, sind 1,3 Millimeter dick und wiegen 500 Gramm (siehe Foto). Damit eignen sie sich für eine Vielzahl von Anwendungen – vom Computerbildschirm bis zur Anzeigetafel.

Während die heutigen Standardbildschirme mit Flüssigkeitskristallen (LCD) eine Hintergrundbeleuchtung brauchen, erzeugen die Bildpunkte von OLED-Schirmen ihr eigenes Licht. Das ermöglicht dünnere Bildschirme, verbessert den Bildkontrast und verlängert die Batterielaufzeiten von mobilen Geräten.

Während Samsung Electronics die OLED-Schirme durch Aufdampfen im Vakuum produziert, setzt der japanische Hersteller darauf, die Bildschirme mit einem Tintenstrahldrucker zu fertigen. Das senkt die Herstellungskosten und produziert auch weniger Ausschussware als bei der Vakuumtechnik.

Kapitalmangel bremst Erfolg

Die eigentliche Technologie wurde bereits vor zehn Jahren von Sony und Panasonic entwickelt. Doch damals war sie für eine Massenproduktion nicht ausgereift genug, sodass keiner der beiden Konzerne die hohen Investitionen für eine Fertigung aufbringen wollte. Mithilfe des staatlichen Beteiligungsfonds „Innovation Network Corporation of Japan“ (INCJ) wurde daher das Unternehmen JOLED geformt.

Trotz der gelungenen Kommerzialisierung der Technologie steht der Hersteller jedoch vor der gleichen Hürde wie damals: Es fehlt das notwendige Kapital, um die Massenproduktion schnell hochzufahren. Die Muttergesellschaft Japan Display ist nämlich knapp bei Kasse. Nun hofft man auf den Einstieg von Sharp, das sich von einer eigenen Krise erholt hat.

Foto: Erstes OLED-Display aus Japan (JOLED)