Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Volkswirtschaft bleibt auf ihrem Wachstumspfad. Der Zuwachs im dritten Quartal fiel doppelt so hoch aus wie zunächst geschätzt.

Höhere Kapitalausgaben

Das japanische Bruttoinlandsprodukt stieg im Zeitraum Juli bis September um real 0,6 Prozent zum Vorquartal. Das entspricht einer Jahresrate von 2,5 Prozent. Das war kaum langsamer als im zweiten Quartal, als die Wirtschaftsleistung um annualisierte 2,9 Prozent zulegte.

Damit ist Japans Bruttoinlandsprodukt nun sieben Quartale in Folge gewachsen, so lange wie zuletzt vor 16 Jahren. Außer den Exporten tragen jetzt auch die privaten Kapitalausgaben zum Aufschwung bei.

Anstieg der Lagerhaltung

Die Revision hatte zwei eindeutige Ursachen: Zum einen haben die Unternehmen ihre Kapitalausgaben um 1,1 Prozent zum Vorquartal erhöht. Diese Rate wurde zunächst nur auf positive 0,2 Prozent geschätzt. Zum anderen steuerte die Lagerhaltung der Unternehmen 0,4 Prozentpunkte statt zunächst geschätzte 0,2 Punkte zur Wachstumsrate bei.

Dies legt zwei Interpretationen nahe: Entweder die Unternehmen rechneten mit höheren Absätzen oder die Nachfrage blieb hinter ihren Erwartungen zurück. Letzteres scheint wahrscheinlicher, da der private Konsum sowohl im dritten Quartal als auch im Oktober zurückging (JAPANMARKT berichtete).

Höhere Löhne notwendig

Analysten gehen davon aus, dass sich die Wachstumsrate im laufenden Quartal sowie im kommenden Jahr abschwächen wird. Nach den revidierten Daten ist Japans Wirtschaft 2016 um real 0,9 Prozent zum Vorquartal gewachsen. Diese Rate dürfte 2017 übertroffen werden. Für 2018 traut die OCED Japan ein Wachstum von 1,2 Prozent zu.

Aber viele Analysten halten höhere Löhne für notwendig, damit auch der private Konsum, der rund 60 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht, steigen kann. Regierungschef Shinzo Abe drängt auf ein Lohnplus von drei Prozent im Frühjahr, aber die Gewerkschaften wolle nicht mehr fordern als im Vorjahr. Damals stiegen die Löhne um knapp zwei Prozent.

Foto: Skyline von Tokio (flickr/Matthias Ripp CC BY 2.0)