Tokio (JAPANMARKT) – Als erster Autobauer in Japan bietet Nissan in seiner Heimat einen eigenen Carsharing-Dienst an. Zum Einsatz kommen nur die eigenen Elektroautos.

Pauschale Leihgebühr

Der neue Service namens „e-share mobi“ geht am 15. Januar an den Start. An rund 30 Standorten in Tokyo, Kanagawa, Shizuoka, Osaka, Hyogo, Kyoto, Shiga, Nara, Wakayama und anderen Präfekturen stehen zwei Modelle mit elektrischem Antrieb zur Auswahl – das erneuerte Elektroauto „LEAF“ sowie das „Note e-POWER“, bei dem ein kleiner Benzinmotor zum Laden der Batterie die Reichweite vergrößert.

Nissan will eine pauschale Leihgebühr erheben und verzichtet auf monatliche Mitgliedsbeiträge sowie eine Abrechnung der gefahrenen Kilometer. Lediglich eine Registrierung ist für die Nutzung erforderlich. Der Führerschein funktioniert als „Mitgliedsausweis“. Autobahngebühren werden automatisch abgerechnet.

Werbung für Technologien

Nach Angaben von Nissan soll dieser Service den Nutzern ermöglichen, die eigenen Technologien für Elektrifizierung und autonomes Fahren zu erleben. Die beiden Modelle können nämlich auch eigenständig Abstand halten, ihre Geschwindigkeit kontrollieren, lenken und einparken.

Außer der Werbung für die Elektromobilität sieht Nissan wie andere Autohersteller auch die Notwendigkeit, das Geschäft mit Carsharing selbst in die Hand zu nehmen. Denn in Japan sind immer weniger junge Leute daran interessiert, selbst ein Auto zu besitzen. Durch Carsharing wollen die Autobauer mit solchen Kunden trotzdem Geld verdienen.

Carsharing verbreitet sich

Nissan hatte bereits im Frühjahr einen Carsharing-Dienst in Yokohama mit 25 Mini-Elektroautos gestartet, die an 14 Standorten um den Bahnhof von Yokohama stehen. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Dabei geht es Nissan in erster Linie darum, das allgemeine Publikum mit dem elektrischen Fahren bekannt zu machen.

Die japanischen Autobauer sind auf ihrem Heimatmarkt bisher nicht selbst im Carsharing aktiv. Der Marktführer für dieses recht junge Geschäft ist Park24, das seine eigenen Parkplätze als Standorte nutzt. Die Nummer zwei ist Orix und die Nummer drei Car Sharing Japan. Dahinter steht der Immobilienriese Mitsui Fudosan.

Foto: Nissan Leaf (Nissan)