Tokio (JAPANMARKT) – Der neue Branchenführer der Autoindustrie wird in diesem Jahr voraussichtlich die Gruppe aus Renault, Nissan und Mitsubishi sein. Dahinter liegen Volkswagen und Toyota fast gleichauf. 

Dreierbund vorne

Nach einer Kalkulation des Branchenblogs „Daily Kanban“ auf der Basis der Produktionszahlen konnte der französisch-japanische Dreierbund sich über den Zeitraum von Januar bis Oktober um 7,9 Prozent zum Vorjahr auf 8,868 Millionen Einheiten steigern. Etwa zwei Drittel davon gehen auf das Konto von Nissan und Mitsubishi.

Der Inspektionsskandal bei Nissan in Japan hatte bisher nur wenig Einfluss auf das starke Gesamtergebnis. Bei einer Fortsetzung dieses Trends käme die Allianz zum Jahresende laut „Daily Kanban“ auf 10,6 Millionen produzierte Fahrzeuge und wäre damit erstmals die Nummer eins weltweit.

An zweiter Stelle folgt Volkswagen mit einem Plus von 3,2 Prozent während der ersten zehn Monate dieses Jahres auf 8,748 Millionen Fahrzeugen. Dicht dahinter liegt Toyota mit 8,733 Millionen Einheiten. Damit kämen beide Hersteller zum Jahresende auf jeweils 10,5 Millionen Stück. Das Rennen um die Plätze zwei und drei dürfte daher sehr knapp ausgehen.

Ehrgeiziges Ziel

Der starke Zuwachs der von Renault geführten Gruppe hatte sich schon während des ersten Halbjahres abgezeichnet (JAPANMARKT berichtete). Viele Analysten reagierten überrascht. Doch Allianzführer Carlos Ghosn hatte schon vor einem Jahr angekündigt, die multinationale Gruppe werden in den Zehn-Millionen-Klub der Autobranche aufsteigen.

Der Ehrgeiz des Automanagers ist mit der Weltmarktführung jedoch noch nicht gestillt. Bis 2022 will der Verbund seine weltweiten Verkäufe um insgesamt 40 Prozent auf 14 Millionen Einheiten erhöhen. Das dürfte allerdings nur möglich sein, wenn die Gruppe auf Kosten anderer Autobauer wächst.

Foto: Carlos Ghosn (Nissan)