Tokio (JAPANMARKT) – Der E-Commerce-Riese Rakuten will ein Mobilfunknetz in Japan aufbauen. Der Vorstoß hat seine eigene Logik.

„Rakuten Mobil“ am Start

Mit „Rakuten Mobil“ ist der Online-Gigant bereits seit 2014 aktiv. Als virtueller Netzbetreiber nutzt man die Infrastruktur von Branchenführer NTT Docomo. Nun will Rakuten mit einem eigenen Netz den drei Platzhirschen NTT Docomo, KDDI und Softbank Konkurrenz machen. Damit kommt erstmals seit über einem Jahrzehnt, als Softbank Vodafone Japan übernahm, Bewegung in den Markt.

Die Gelegenheit für Rakuten ist die Vergabe der Frequenzen des Verteidigungsministeriums für ein 4G-Netz Anfang nächsten Jahres. Man werde zunächst 200 Milliarden Yen (1,5 Milliarden Euro) in eigene Sendestationen investieren, teilte Rakuten mit. Die gesamten Aufbaukosten bis 2025 beziffert der Konzern mit bis zu 600 Milliarden Yen.

Wettbewerb erwünscht

Die Chancen auf eine Mobilfunklizenz stehen nicht schlecht. Denn die Regierung drängt die Branche schon seit zwei Jahren, ihre Preise zu senken. Ein vierter Netzbetreiber würde den Preiswettbewerb kräftig verschärfen. Daher halten es Analysten für wahrscheinlich, dass Rakuten in den Markt einsteigen darf.

An der Börse brach die Rakuten-Aktie  in zwei Tagen um bis zu zehn Prozent ein. Denn ein eigenes Netz ist teuer und der Markt schon stark gesättigt. Rakuten Mobil will die Zahl der Kunden von aktuell 1,4 Millionen auf 15 Millionen steigern. Das kann nur auf Kosten der Wettbewerber gelingen und bedeutet niedrigere Margen für alle Netzbetreiber.

Der E-Commerce-Spezialist argumentiert anders: Das Mobiltelefon sei der wichtigste Zugangspunkt zur großen Bandbreite seiner Online-Dienstleistungen. Über ein eigenes Netz ließen sich diese Angebote besser vermarkten und dadurch die Umsätze aller Sparten steigern. Nach Ansicht von Analysten könnte Rakuten so auch besser mit Amazon konkurrieren.

Foto: Logo von Rakuten Mobil (Rakuten)