Tokio (JAPANMARKT) – Das private Finanzvermögen in Japan hat einen neuen Rekordwert erreicht. Darin spiegeln sich auch die hohen Staatsschulden wider.

Neue Sparrekorde

Das Finanzvermögen der privaten Haushalte in Japan ist zu Ende September um 4,7 Prozent zum Vorjahr auf 1,84 Billiarden Yen (13,7 Billionen Euro) gestiegen. Das zeigen die jüngsten Daten der Notenbank zu den Geldflüssen in Japan.

Zugleich erhöhten die privaten Unternehmen (ohne Finanzinstitutionen) ihr Finanzvermögen um 15,3 Prozent zum Vorjahr auf 1,26 Billiarden Yen (9,4 Billionen Euro). Beide Werte stellen Rekorde dar. Zusammen besitzt der private Sektor damit nun 3,1 Billiarden Yen (23 Billionen Euro).

Bargeld bevorzugt

Ungeachtet der hohen Aktienkurse und der extrem niedrigen Zinsen verwahren die privaten Haushalte 943 Billionen Yen (6,9 Billionen Euro) in Bargeld und Sichteinlagen wie Tagesgeldkonten. Das entspricht einem Anteil von 51 Prozent an ihrem Vermögen. In Deutschland liegt dieser Anteil bei etwas über 20 Prozent.

Bei Japans privaten Unternehmen sieht es nicht viel anders aus: Sie steigerten ihre flüssigen Mittel um 5,4 Prozent auf den Rekord von 259 Billionen Yen. Dieser Posten macht inzwischen mehr als ein Fünftel ihres Finanzvermögens aus.

Staat macht Schulden

Diese Entwicklung zeigt, dass Haushalte wie Unternehmen weiter lieber sparen als ihr Geld auszugeben oder mit einer höheren Rendite anzulegen. Dabei zielt die Wirtschaftspolitik der Abenomics eigentlich darauf ab, dass diese Mittel investiert werden, damit sie bei der angestrebten Rückkehr der Inflation nicht an Wert verlieren.

Zugleich bilden die hohen Rücklagen des privaten Sektors ein Spiegelbild der hohen Staatsschulden. Die Zentralregierung hatte zu Ende September Staatsanleihen für 1,08 Billiarden Yen (acht Billionen Euro) begeben. Diese hohen Schulden lassen sich nur so mühelos finanzieren, weil Bürger und Unternehmen so viel sparen.

Foto: Bank of Japan (flickr/Richard-G CC BY 2.0)