Tokio (JAPANMARKT) – Japans Regierung drängt auf eine Reform des beruflichen Arbeitsalltags. Eine Analyse zeigt, dass die Unternehmen davon zu profitieren scheinen.

Rangliste für „Smart Work“

Dafür erstellte die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ eine Rangliste von 587 börsennotierten und 15 privat gehaltenen Unternehmen auf der Basis ihrer Arbeitsorganisation. Ihre jeweilige Punktzahl wurde anhand von drei Kriterien kalkuliert: der Einführung von flexiblen Arbeitspraktiken; einer internen Organisation, die neue Geschäfte fördert; der Fähigkeit zur Marktentwicklung. Außerdem wurde die Corporate Governance bewertet.

Ganz oben in dieser „Smart Work“ genannten Rangliste von „Nikkei“ stehen Konica Minolta (optische Systeme), Daikin Industries (Klimaanlagen), Asahi Group Holdings (Getränke), Kao (Kosmetik), Aeon (Einzelhandel) und NTT Docomo (Mobilfunk).

Anschließend untersuchte die Finanzzeitung die Top 40 Unternehmen der Rangliste auf ihr geschäftliches Abschneiden. 17 davon sagen einen Rekordertrag für das laufende Geschäftsjahr vorher. Das entspricht einem Anteil von 40 Prozent. Bei allen börsennotierten Unternehmen betrage dieser Anteil jedoch nur 24 Prozent, schreibt das Blatt. Das wird so interpretiert, dass sich eine Reform von Arbeitsstil und Arbeitsorganisation für die Unternehmen auch wirtschaftlich ausgezahlt habe.

Höhere Produktivität gegen Arbeitskräftemangel

Die japanische Regierung will die Arbeitsorganisation reformieren, damit die Unternehmen produktiver werden. Andernfalls droht sich der wachsende Mangel an Arbeitskräften zu einer Wachstumsbremse zu entwickeln. Doch bisher scheinen viele Manager zu befürchten, dass solche Reformen – etwa die Verringerung von Überstunden – die Produktivität eher senken.

In diesem Zusammenhang betonte „Nikkei“, dass alle Top 40 Unternehmen ihrer Smart-Work-Rangliste die Zahl der Überstunden abgebaut und die Einsatzmöglichkeiten ihrer Mitarbeiter durch Neuerungen im Arbeitsstil erhöht hätten. Dies habe direkt zu höheren Gewinnen geführt, argumentierte die Zeitung.

Foto: Berühmte Kreuzung von Shibuya (flickr/Thomas CC BY-NC 2.0)