Tokio (JAPANMARKT) – Japanische Banken wollen eine „J-Coin“ als neues Zahlungsmittel einführen. Der Vorstoß richtet sich auch gegen einen chinesischen Wettbewerber.

Digitalzahlungen vom Kundenkonto

Das Konzept hinter J-Coin wurde bereits im vergangenen Jahr von einem Konsortium unter Führung der Mizuho Bank und mit Beteiligung der Postbank entwickelt. Dabei handelt es sich um ein digitales Zahlungsmittel, das über das Smartphone abgerechnet werden kann. Nach Informationen der Finanzzeitung „Nikkei“ beginnen die ersten praktischen Tests im Frühjahr.

J-Coin soll keine Kryptowährung sein, sondern Bargeld ersetzen. Anders als bei einer Kreditkartenzahlung soll der Dienst jedoch für private Nutzer und die Händler kostenlos sein. Eine J-Coin entspricht jeweils einem Yen, sodass auch keine Umrechnung erforderlich ist. Ginge es nach Mizuho, soll zu den Olympischen Spiele die J-Coin landesweit auf einer offenen Plattform für alle Institute in Betrieb sein.

Abwehrmaßnahme gegen Angreifer Alipay

An diesen Überlegungen lässt sich bereits erkennen, dass die J-Coin vor allem eine defensive Maßnahme der etablierten Geschäftsbanken gegen neue Fintech-Anbieter sein soll. So konnte der US-Bezahldienst Paypal sich in Europa nicht gut ausbreiten, weil dort EC-Karten als bankenübergreifendes Zahlungsmittel existierten. Daher drängt Mizuho darauf, dass alle großen Institute in Japan gemeinsam agieren. Derzeit plant Branchenführer MUFG noch die Einführung einer eigenen „MUFG Coin“.

Insbesondere soll die Einführung der J-Coin auch den Angriff von Alipay abwehren. Der mobile Zahlungsdienst des E-Commerce-Riesen Alibaba aus China ist bereits in einigen japanischen Metropolen an den Start gegangen. Daher soll J-Coin dabei helfen, dass die Bankkonten der Kunden der zentrale Platz für alle Zahlvorgänge bleiben. Ein zweites Argument für diese virtuelle Währung ist die Verringerung des hohen Bargeldumlaufs in Japan (JAPANMARKT berichtete). Digitale Zahlungsmittel würden die Transaktionskosten der japanischen Banken senken.

Foto: Symbolfoto für Kryptowährung auf einer Tastatur (flickr/Marco Verch CC BY 2.0)