Tokio (JAPANMARKT) – Die Zusammenarbeit des Münchner Clusters für Biotechnologie mit Japan trägt weitere Früchte. Diesmal geht es um Gentherapie.

Entwicklungsvertrag

Die deutsche Sirion Biotech GmbH, die im Cluster Bio-M in Martinsried bei München angesiedelt ist, gehört nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Experten für Gentransfer und stellt maßgeschneiderte Lösungen für kommerzielle Partner bereit. Nun haben die Deutschen mit der japanischen Entwicklungsgesellschaft Acucela einen Zweijahresvertrag geschlossen.

Die hundertprozentige Tochtergesellschaft des japanischen Pharmaherstellers Kubota Pharmaceutical hat Sirion Biotech damit beauftragt, virale Vektoren für die Anwendung in der okularen Gentherapie zu entwickeln. Kubota konzentriert sich auf Medikamente und Medizinprodukte zur Erhaltung und Wiederherstellung der Sehkraft.

Sirion verfügt über zehn Jahre Erfahrung in der Entwicklung von viralen Vektoren und bindet bei diesem Projekt das Fachwissen von führenden europäischen Wissenschaftlern ein. Im Mittelpunkt der Vereinbarung stehen Zahlungen an Sirion bei Erreichen bestimmter Meilensteine in der Entwicklung sowie zusätzliche Tantiemen auf die Nettoumsätze künftiger Produkte und Therapien.

Fokus auf Gentherapie

Durch die Kooperation fokussiert sich Acucela auf den schnell wachsenden Gentherapiemarkt und potenzielle Gentherapieansätze für Retinitis pigmentosa. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von erblichen Augenkrankheiten, die zu der Zerstörung des sehfähigen Gewebes am Augenhintergrund führen.

Die Krankheit bricht in der Regel in der Kindheit aus und schreitet bis zum Alter von ungefähr 40 Jahren bis zur völligen Erblindung fort. Schätzungen zufolge sind 1,5 Millionen Menschen weltweit davon betroffen. Wegen vielfacher Mutationen gibt es bisher keine pharmakologische Behandlung.

Die Kooperation dient der Verbesserung von viralen Vektoren, die beim Transfer von therapeutischen Proteinen sicherer und spezifischer als die bisher eingesetzte Stoffe wirken. Dieser neue therapeutische Ansatz ist zur effektiven Wiederherstellung der Lichtempfindlichkeit bei Patienten notwendig.

Foto: Logo (© Acucela)