Tokio (JAPANMARKT) – Die Zahl der ausländischen Besucher in Japan ist 2017 auf ein Rekordhoch gestiegen. Das wirkt sich auch positiv auf das Wirtschaftswachstum aus.

Fünftes Rekordjahr

Nach den jüngsten Zahlen der nationalen Tourismusorganisation kamen im Vorjahr 28,7 Millionen Ausländer nach Japan. Das bedeutete einen Zuwachs um 19,3 Prozent zum Vorjahr und den fünften Jahresrekord hintereinander. Diesen Erfolg darf sich die Regierung von Shinzo Abe zuschreiben. Die erste „Visit Japan“-Kampagne gab es zwar bereits 2003. Aber der Boom setzte erst ab 2013 ein.

Das vor zehn Jahren ausgegebene Ziel von 20 Millionen Besuchern im Jahr 2020 wurde bereits 2015 erreicht. Neues Ziel ist nun 40 Millionen. Diese Marke ist bereits in realistische Reichweite gerückt. Dafür würde ein jährliches Wachstum der Besucherzahl um durchschnittlich 12 Prozent reichen.

Zum Vergleich: Im (allerdings kleineren) Deutschland trafen 2016 nur 35,6 Millionen Ausländer für eine Übernachtung ein. Doch nach Deutschland kann man mit jedem Verkehrsmittel einreisen. Dagegen wird die Einreise nach Japan durch die Zahl der Flüge begrenzt. 91 Prozent der Besucher kamen auf diesem Weg, die übrigen 9 Prozent per Schiff.

Vier Gründe für Boom

Branchenkenner nennen vier Gründe für den Andrang: Die Anforderungen für die Ausgabe eines Touristenvisums wurden für viele asiatische Nationen gezielt gesenkt. Zugleich ist dort eine reisehungrige Mittelschicht herangewachsen. Die Abwertung des Yen ab 2013 hat einen Aufenthalt in Japan auch für weniger gut Betuchte erschwinglich gemacht. Außerdem stieg die Kapazität der Zubringerflüge durch neue Billigflug-Gesellschaften.

Auch das Plan der Abe-Regierung, mit Hilfe der Touristen das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, ist aufgegangen. Im Vorjahr wuchsen die Ausgaben dieser ausländischen Besucher um 17,8 Prozent auf 4,4 Billionen Yen (33 Milliarden Euro). Durchschnittlich gaben die Touristen knapp 154.000 Yen (1.140 Euro) und damit fast genauso viel wie im Vorjahr aus.

Allerdings kommen die meisten Besucher aus Asien. Nur 11 Prozent der Touristen reisten aus westlichen Industrienationen an. Das dürfte vor allem an den langen Reisezeiten liegen. Jeder zweite Besucher ist aus China oder Südkorea. Diese Abhängigkeit ist bedenklich, da es in der Vergangenheit bei politischen Streitigkeiten mit diesen Ländern zu Boykotten kam.

Foto: Touristen kaufen gern im Kaufhaus Mitsukoshi ein (flickr/Marc Buehler CC BY-NC 2.0)