Tokio (JAPANMARKT) – Japans Textilriese Fast Retailing, bekannt durch die Marke Uniqlo, verzeichnet einen historischen Moment. Darauf wurde lange hingearbeitet.

Ausland übertrifft Japan

1984 hatte Gründer Tadashi Yanai in Hiroshima sein erstes Geschäft mit dem Namen „Uniqlo“ (Unique Clothing) eröffnet. 15 Jahre später ging das Unternehmen als „Fast Retailing“ an die Börse. Weitere 18 Jahre danach erreicht der Konzern einen lange angestrebten Meilenstein: Erstmals hat Uniqlo mehr Umsatz im Ausland als in Japan erzielt.

Uniqlo International kam im ersten Quartal des neuen Finanzjahres, das zum 1. September begann, auf Einnahmen von 258,2 Milliarden Yen (1,9 Milliarden Euro). Das waren 31,4 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres. Nach Angaben von Uniqlo verzeichneten besonders China, Südkorea und Südostasien starke Zuwächse. Zudem hat das Geschäft in den USA nach einer längeren Verluststrecke schwarze Zahlen geschrieben.

Japan-Geschäft profitabler

Uniqlo Japan konnte sich zwar um unerwartet starke 7,6 Prozent steigern, aber der Umsatz von 257 Milliarden Yen fiel trotzdem leicht niedriger als im Ausland. Allerdings bringt das Japan-Geschäft derzeit noch mehr ein als die Auslandsoperation: Der Betriebsgewinn in Japan fiel mit 45,6 Milliarden Yen um die Hälfte höher aus als im Ausland.

Der deutliche Unterschied ergibt sich aus der Expansionsstrategie im Ausland, die mit entsprechend höheren Kosten verbunden ist. In Japan gibt es dagegen keinen ernsthaften Konkurrenten für Uniqlo mehr. Soeben kündigte die Marke die Eröffnung des ersten Ladengeschäfts in Schweden an. Zugleich wird über einen Markteintritt in Indien spekuliert.

Foto: Uniqlo-Filiale in Berlin/Tauentzienstraße (Uniqlo)