Tokio (JAPANMARKT) – Japans Verbraucher haben beim Essen und Trinken einen unendlich großen Appetit auf Neuheiten. Das gilt selbst für ihr Nationalgetränk, den grünen Tee.

Experimente mit Geschäftssinn

Man könnte denken, dass die Japaner sich mit Sencha (der am meisten verbreiteten Sorte von grünem Tee), Gyokuro (besonders feiner Grüntee), Matcha (pulverisierter grüner Tee) und noch vielen anderen Tee-Varianten zufrieden geben würden.

Doch in der Heimat der streng formalisierten Teezeremonie gibt es auch Versuche, den grünen Tee mit neuen Drehs auf innovative Weise attraktiv zu machen – ob aus reiner Experimentierfreude, aus Lust am grünen Tee oder aus geschäftlichen Motiven, wie der Finanzdienst Bloomberg kürzlich an drei Beispielen illustrierte.

Alkoholisiert und aromatisiert

Im Teesalon „Sakurai Japanese Tea Experience“ im Spirale Building in Aoyama zum Beispiel stehen Sencha Gin, Iribancha Whisky und Sunrouge Hoshiko Pflaumenwein auf der Menukarte. Kurz gesagt: Grüntee wird mit ausgewählten alkoholischen Getränken gemischt.

Der Franzose Stephane Danton führt die Tradition des aromatisierten Tees für den gehobenen Geschmack in Japan ein. In seinem Geschäft Ocharaka verkauft er Grüntee mit dem Aroma von Früchten, Blumen, Pflanzen und Gewürzen, darunter so exotische Varianten wie Beifuß, Seetang (Konbu) und Karamel.

Und in Anlehnung an Filterkaffee versucht es „Tokyo Saryo“ als angeblich erstes Restaurant weltweit mit Filtertee. Als weitere Neuerung verkauft man Grüntee direkt von einem einzelnen Bauern. Bisher werden fast alle Sorten in Japan aus verschiedenen Tees gemischt („blended ocha“).

Foto: Grüntee mit Konbu (Ocharaka)