Tokio (JAPANMARKT) – Ein japanisches Musikvideo macht sich darüber lustig, dass die vielen englischen Lehnwörter im modernen Japanisch für Ausländer kaum zu verstehen sind. Damit wird für einen Japanbesuch geworben.

Über 100 Millionen Klicks

Der Erfolg ist sensationell: Nach Angaben der Finanzzeitung Nikkei wurde das Musikvideo seit der Veröffentlichung im November weltweit über 100 Millionen Mal geklickt und von vielen Usern in eigenen Videos parodiert, nachdem es zu einem viralen Hit in China, Hongkong, Taiwan und Südostasien wurde.

Das hängt offenbar damit zusammen, dass das Video mit populären Japan-Klischees spielt. Dadurch erweckt es den Eindruck eines weltoffenen Japans, das entspannt genug ist, sich selbst durch den Kakao zu ziehen. Die Jahreszahl in dem Videotitel „Tokyo Bon 2020“ ist ein Hinweis auf die Olympischen Spiele 2020.

Vergebliche Verständigung

Das Video zeigt den Schauspieler Namewee aus Malaysia, der als Tourist durch die Straßen von Tokio läuft. Bei seinen Verständigungsversuchen mit den Japanern bekommt er viele englische Wörter zu hören, die jedoch durch die Japanisierung – „Japanglish“ genannt – für Nichtjapaner unverständlich werden.

Die Fastfood-Kette McDonald’s zum Beispiel heißt auf Japanisch „Makkudonaludo“. Junge Leute reden sogar nur von „Makku“. Aus Google wird „Gugulu“. Der Grund für diese Veränderung liegt in der Silbenbasis der japanischen Sprache. Zwischen zwei Konsonanten fügen Japaner einen Vokal ein, um das Wort leichter aussprechen zu können.

Produziert wurde der fünfminütige Clip von dem Unternehmen Cool Japan TV, das Japan im Auftrag von japanischen Reiseveranstaltern als Touristenziel bewirbt. Bis zu Olympia 2020 will die japanische Regierung die Zahl der ausländischen Besucher auf jährlich 40 Millionen steigern. Dieses Video dürfte dazu beitragen, dass diese Zahl erreicht wird.

Foto: Screenshot Youtube-Video