Tokio (JAPANMARKT) – Japanische und australische Forscher haben einen Bluttest für die Alzheimer-Krankheit entwickelt. Der Test soll einfach und kostengünstig sein.

Schwierige Diagnose

Die Alzheimer-Krankheit, die die größte Ursache von Demenz ist, lässt sich über das Protein Beta-Amyloid nachweisen. Dessen Menge nimmt schon 20 bis 30 Jahre vor Ausbruch der Krankheit im Gehirn zu. Dadurch gilt dieser biochemische Stoff als Indikator und Nachweis für Alzheimer.

Bislang ist es für eine Diagnose notwendig, über eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) oder die Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit die Menge von Beta-Amyloid im Gehirn zu bestimmen. Das ist teuer und schmerzhaft. Die neue japanische Methode soll mit „weniger als einem Teelöffel Blut“ auskommen.

Das Team mit Forschern vom Forschungsinstituts des National Center for Geriatrics and Gerontology in der Präfektur Aichi benutzt 0,5 Milliliter Blut und misst über ein Massenspektrometer bestimmte Substanzen, deren Anteile im Blut von der Menge an Beta-Amyloid abhängen (Veröffentlichung in der Zeitung Nature hier).

Messung per Massenspektrometer 

Der beteiligte Messgeräte-Hersteller Shimadzu sprach von „Hochleistungs“-Biomarkern für die Erkennung von Alzheimer. Bei Tests mit dem Blut von 121 Patienten in Japan und 252 in Australien, darunter auch diagnostizierte Alzheimer-Patienten, wurde die Krankheit mit einer Genauigkeit von 90 Prozent erkannt.

Wissenschaftler in den USA hatten im vergangenen Jahr ebenfalls einen Bluttest bekanntgegeben. Sie untersuchten die Blutprobe mit Hilfe einer Spektralanalyse im Infrarotbereich.

Zu den Entwicklern des japanischen Bluttests gehört auch Koichi Tanaka, der für seine Methode zur Untersuchung von Makromolekülen durch Massenspektrometer den Chemienobelpreis 2002 erhalten hat. Sein Arbeitgeber Shimadzu plant nun einen Blutanalyse-Service für Pharmaunternehmen und medizinische Forscher.

Foto: Molekül Beta-Amyloid (Wikipedia Gemeinfrei)