Tokio (JAPANMARTK) – Kenichiro Yoshida löst Kazuo Hirai zum 1. April als Chef von Sony ab. Gemeinsam hatten die beiden Japans einstige Unternehmensikone saniert.

Sechs Jahre Turnaround

Nach sechs Jahren Amtszeit übernimmt der 57-jährige Chief Executive Officer Kazuo „Kaz“ Hirai den Vorsitz des Verwaltungsrates und gibt den Staffelstab an seinen Stellvertreter und bisherigen Finanzvorstand, den 58-jährigen Kenichiro Yoshida, ab.

Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Im Ende März auslaufenden Geschäftsjahr erwartet Sony einen operativen Rekordertrag von 720 Milliarden Yen (5,2 Milliarden Euro) bei einem Umsatz von 8,5 Billionen Yen (62 Milliarden Euro). Alle Baustellen im Konzern, vielleicht abgesehen vom Filmstudio in Hollywood, sind beseitigt.

Der charmante Hirai hatte 2012 den US-Amerikaner Howard Stringer nach vier Jahren mit roten Zahlen als Sony-Chef abgelöst. Der damalige Chef der Videospielsparte stammte aus dem US-Musikgeschäft von Sony und war damit der erste Japaner an der Spitze des Elektronik- und Unterhaltungsriesen, der kein Ingenieur war.

„Notoperationen“ für schwarze Zahlen

Seine Strategie, auf mobile Geräte, Spielekonsolen, Kameras und Sensoren zu setzen, ging zunächst nicht auf. 2013 und 2014 gab es erneut rote Zahlen, erstmals fiel die Dividende aus. Doch Ende 2013 holte Hirai Yoshida aus der Versenkung, der zwischen 1998 und 2000 schon das Büro des damaligen Sony-Chefs Nobuyuki Idei geleitet hatte, und machte ihn zum Finanzvorstand.

Yoshida nutzte seine Position als rechte Hand von Hirai, mehrere heilige Kühe von Sony zu schlachten. Die Finanzzeitung Nikkei nannte ihn deswegen das „Gehirn hinter dem Vorhang“. Die legendäre Vaio-Computersparte wurde verkauft, die TV-Produktion ausgegliedert und die Smartphone-Ambition zurechtgestutzt. Diese „Notoperationen“ (Yoshida) kosteten rund 15.000 Arbeitsplätze, aber sorgten endlich für schwarze Zahlen.

Foto: Sony-Fernseher mit Sony-Film Spiderman (Sony)