Tokio (JAPANMARKT) – Die Preise für Eigentumswohnungen in Großraum Tokio haben wieder das Niveau am Ende der Immobilienblase in den 1980er Jahren erreicht. Aber das gilt nicht für alle Objekte.

Neubaupreise wie 1989

Der durchschnittliche Preis einer Neubauwohnung in den vier Präfekturen Tokio, Kanagawa, Saitama und Chiba ist nach Angaben des Immobiliendienstleisters Real Estate Economic Institute im vergangenen Jahr um 7,6 Prozent auf 59,1 Millionen Yen (431.000 Euro) gestiegen. Je Quadratmeter legte der Preis um 8,3 Prozent auf 859.000 Yen (6.270 Euro) zu.

Der Durchschnittspreis für Neubauwohnungen war damit erstmals höher als in den Jahren 1989 und 1991 und das zweithöchste jemals erreichte Niveau. Der Rekord wurde 1990 mit 61,2 Millionen Yen pro Einheit aufgestellt, als die Spekulationsblase mit Aktien und Immobilien in Japan ihren Höhepunkt erreichte. Damals stiegen die Preise aller Immobilien.

Geänderte Marktumstände

27 Jahre später sind die Marktumstände anders: Es ziehen nur die Preise von Neubauwohnungen in der Nähe von wichtigen Bahnstationen und Knotenpunkten an. Zudem treiben Luxuswohnungen den Durchschnittspreis nach oben. Die Zahl der Wohnungen für über 100 Millionen Yen (730.000 Euro) stieg um 52 Prozent auf über 1.900 Einheiten.

Auf den Markt kamen insgesamt knapp 35.900 neue Wohnungen. Das waren 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr und der erste Anstieg seit vier Jahren. Mehr als 68 Prozent davon wurden im ersten Monat verkauft. Das hört sich nach viel an, aber diese Quote ist das zweite Jahr in Folge gesunken. Die Käufer zögern wegen der hohen Preise also länger als früher.

Foto: Wohnhäuser mit Eigentumswohnungen in Tokio (flickr/mrhayata CC BY-SA 2.0)