Tokio (JAPANMARKT) – Die Umfragewerte für Japans Regierungschef Shinzo Abe sind im Januar gestiegen. Die politische Stabilität ist gut für das Investitionsklima.

Steigende Zustimmung 

Die regelmäßige Abfrage der Popularität eines Regierungschefs gehört zu den Ritualen der Presse in Japan. Im Fokus steht dabei jeweils Zustimmung und Ablehnung für das Kabinett. Sinkt die Zustimmungsquote unter 30 Prozent, wird es für den Premier ungemütlich. Bei Werten unter 20 Prozent droht die baldige Ablösung.

In seinen mehr als fünf Jahren Amtszeit gab es nur Mitte 2015 und in der zweiten Hälfte 2017 mehrere Monate, in denen mehr Japaner ihren Regierungschef ablehnten als ihm zustimmten. Seit dem Jahreswechsel scheint diese Phase jedoch überwunden, auch wenn früher erreichte Spitzenwerte noch weit weg liegen.

Die durchschnittliche Zustimmungsrate stieg im Januar nach einer Berechnung von Japan Macro Advisors um knapp einen Punkt zum Vormonat auf 47,7 Prozent. Zugleich sank die Ablehnungsrate gegenüber dem Vormonat in ähnlichem Umfang auf 36,7 Prozent. Den Aufschwung dürfte Abe für seine geplante Verfassungsreform nutzen.

Nichtwähler stabilisieren

Der 63-Jährige ist zugleich auf gutem Weg, der am längsten regierende Politiker der Nachkriegszeit in Japan zu werden, sollte er im September als Chef der Liberaldemokraten bestätigt werden. Dagegen hatten sich Abes fünf Vorgänger die Klinke des Premierministeramtes teilweise im Jahresabstand in die Hand gegeben.

Für die politische Stabilität machen Analysten verschiedene Faktoren verantwortlich. Erstens ist die parlamentarische Opposition zersplittert. Zweitens profitiert die Regierungskoalition aus Liberaldemokraten und buddhistischer Komei-Partei von der niedrigen Wahlbeteiligung, argumentiert etwa Eiji Oguma von der Keio-Universität.

Politisches Spektrum abgedeckt

Aber vor allem fehlt es an einer inhaltlichen Alternative zur Abe-Regierung. Sie agiert nämlich einerseits sozialdemokratisch, etwa wenn sie sich für Lohnsteigerungen, Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich, mehr Frauenerwerbsarbeit und eine Erhöhung der Einkommenssteuer für Top-Verdiener einsetzt.

Andererseits geht sie enorm wirtschafts- und kapitalfreundlich vor, etwa durch einen aktionärsorientierten Corporate Governance Code, die Senkung der Körperschaftssteuer, die Öffnung der Landwirtschaft sowie den Abschluss von Freihandelsabkommen. All dies schafft ein positives Umfeld für Investitionen und Kapitalanlagen in Japan.

Foto: Shinzo Abe (Kantei)