Tokio (JAPANMARKT) – Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie in Aachen sucht gemeinsam mit einem japanischen Partner nach weiteren medizinischen Anwendungen für eine neuartige Tomographie.

Bildgebung mit Licht

Mithilfe der optischen Kohärenztomographie, kurz OCT, lassen sich Aufbau und Struktur organischer Gewebe untersuchen. Dadurch lassen sich Tumore bereits im Frühstadium erkennen sowie Knorpelgewebe und entzündete Nerven genauer untersuchen als mit herkömmlichen Verfahren.

Die Bildgebung mithilfe von infrarotem Licht verursacht keine Strahlenbelastung für den Patienten – anders als bei den bisherigen Standardverfahren – und liefert sofortige Ergebnisse. Jedoch hängt die Anwendung von der Lichtdurchlässigkeit des zu untersuchenden Gewebes ab.

Bisher hat sich das neue Verfahren außer im Augenbereich im klinischen Alltag noch nicht durchgesetzt, weil das Systemdesign individuell angepasst werden muss. Hier setzt die Initiative des Fraunhofer-Instituts an. Die OCT-Technologie, deren Grundlagen in Aachen erarbeitet wurden, soll für die jeweilige Anwendung weiter entwickelt werden.

Selbsttragendes OCT-Institut

Diesem Ziel dient zum einen das nationale Kompetenznetzwerk „Innovationsforum FOMed“, das deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammenbringt. Zum anderen sucht die deutsch-japanische Forschungsallianz „OCTmapp“ neue medizinische Anwendungen für die OCT-Technologie in Japan.

Der japanische Partner in diesem internationalen Netzwerk ist das Institute for Advanced Biomedical Engineering and Science (ABMES) als zentrale Forschungseinheit der Tokyo Women’s Medical University (TWMU). Im Verlauf von fünf Jahren soll eine sich finanziell selbsttragende Forschungseinrichtung entstehen.

Während der ersten Projektphase werden Strategien erarbeitet und Vorbereitungen für die Umsetzung getroffen, darunter ein OCT-Innovationslabor für klinische Vorstudien. In den nächsten beiden Phasen wird die Forschungspräsenz institutionalisiert und danach der Regelbetrieb aufgenommen. Als Partner werden bereits jetzt Unternehmen gesucht.

Foto: Logo der deutsch-japanischen Allianz (Fraunhofer IPT)