Tokio (JAPANMARKT) – Roboter sollen Japans Senioren im Alter unterstützen. Nun hat die Regierung ihre Vorgaben für die automatisierte Pflege noch erweitert.

Prioritätenliste erweitert

Japanische Ingenieure konzentrieren sich bisher auf einfache robotische Helfer für pflegebedürftige Senioren. Aber die Regierung will im Rahmen ihrer Roboterstrategie möglichst viele Pflegebereiche automatisieren. Man will den Aufwand für menschliche Betreuer durch Technologien verringern und die Selbstständigkeit der Senioren so lange wie möglich erhalten.

Kürzlich hat das zuständige Ministerium für Wirtschaft und Industrie (METI) die Aufgabenliste für solche technischen „Pflegehelfer“, für deren Entwicklung es staatliche Zuschüsse gibt, zum dritten Mal erweitert. Zu den bisherigen fünf Schwerpunkten Tragehilfen, Gehhilfen, Toiletten, Kommunikation und Baden kommt als sechster Fokus nun ein umfassender Pflegedienst. Dabei geht es um die Sammlung, Auswertung und Nutzung aller Daten, die beim Einsatz der technischen Helfer gesammelt werden.

Nutzung neuer Technologien

Der Zweck dieses neuen Schwerpunkts wird in der offiziellen Überarbeitung der Vorgaben nicht erläutert. Aber offenbar geht es um den Einsatz von neuen Datentechnologien, um Senioren aus der Ferne besser betreuen zu können. Dazu passt auch die ebenfalls neue Vorgabe, Kommunikationslösungen für die Verständigung mit Senioren zu finden.

Außerdem will das METI Projekte in fünf weiteren Gebieten zusätzlich fördern. Dazu gehören tragbare Mobilitätshelfer wie Exoskelette, die beim Laufen unterstützen und gleichzeitig Stürze verhindern sollen. Ein weiteres neues Gebiet sind Überwachungsapparate, die rechtzeitig erkennen können, dass jemand zur Toilette gehen muss, und dann einen Impuls geben. Ebenso fördert das Ministerium technologische Helfer, die den Senioren auf der Toilette das Anziehen und Ausziehen von Hosen, Röcken und Unterwäsche erleichtern.

Die Erweiterung der Prioritätenliste unterstreicht, dass die japanische Regierung an ihrem Ziel einer Altenpflege durch Maschinen und Technologien statt durch ausländische Gastarbeiter konsequent festhält. Die neuen Förderbereiche zeigen sogar, dass man sich in dieser Strategie durch die technologische Entwicklung bestätigt fühlt.

Foto: Prototyp von Pflegeroboter (Toyota)