Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Softbank Group von Masayoshi Son will sich nun auch bei der Schweizer Rückversicherung Swiss Re einkaufen. Wer ist der Japaner, der von einem Deal zum nächsten eilt?

Unternehmerische Leistungen

Masayoshi „Masa“ Son, der Gründer von Softbank, scheint grenzenlosen Ehrgeiz zu haben. Egal was er macht – fast immer geschieht dies mit dem Anspruch, etwas besonders Großes zu schaffen. So verkündete er anlässlich der Übernahme des US-Mobilfunkanbieters Sprint im Sommer 2013, einen globalen Handykonzern mit einer Milliarde Kunden schmieden zu wollen.

Von diesem Ziel ist Son zwar bald fünf Jahre später noch weit entfernt. Aber das schmälert seine unternehmerischen Leistungen nur wenig. Son, ein Japaner koreanischer Herkunft, hatte Softbank 1981 als Softwarehändler gegründet, stieg jedoch aufgrund seiner frühen Beteiligung an der damals führenden US-Suchmaschine Yahoo zum reichsten Unternehmer Japans auf.

Umbau zum Mobilfunkkonzern

Doch als die Dotcom-Blase im Jahr 2000 platzte, machte Son Milliardenverluste. Darauf wandelte der heute 60-Jährige den Konzern zuerst in einen Netzwerkanbieter und wenig später durch die Übernahme von Vodafone Japan in Japans drittgrößtes Mobilfunkunternehmen um. Nebenher landete er mit einer kleinen Investition in den heute größten chinesischen E–Commerce-Anbieter Alibaba den zweiten Megatreffer nach Yahoo.

In der nun laufenden dritten Metamorphose rückt die Softbank Group, die Son noch zu 21 Prozent gehört, die Informationsrevolution ins Zentrum. Das Instrument dafür ist der „Softbank Vision Fund“, der im Mai 2017 in London offiziell an den Start ging. Sein Kapital von knapp 100 Milliarden Dollar fließt in junge wie etablierte Unternehmen, die über das Internet der Dinge und durch künstliche Intelligenz eine disruptive Digitalisierung fördern.

Auf ins Zeitalter der Singularität

Son ist fest davon überzeugt, dass die explosive Vermehrung von Chips, Daten und Algorithmen das Zeitalter der Singularität einläutet, in dem Maschinen so intelligent wie Menschen sind. Die Palette der bisherigen Deals reicht von Chipdesignern (ARM, Nvidia) über Fahrdienste (Uber, Didi) und Biotech (Roviant Sciences) bis zu Handelsplattformen (Auto1 für Gebrauchtwagen).

Der erste Vision Fund werde jedoch nur bis 2019 reichen, sagte Son im Oktober. Danach wolle er im Abstand von zwei bis drei Jahren weitere Vision Funds schaffen. Binnen zehn Jahren würden sich diese Fonds an mindestens 1.000 Unternehmen beteiligen, kündigte er an.

Foto: Masayoshi Son 2017 (Wikipedia CC BY-SA 4.0)