Tokio (JAPANMARKT) – Haruhiko Kuroda bleibt für eine zweite Amtszeit Chef der Bank of Japan. Verstärkung kommt von zwei neuen Stellvertretern, die seine Linie vertreten.

Gouverneur Kuroda bleibt

Die ultralockere Geldpolitik steht im Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik Abenomics von Premierminister Shinzo Abe. Weil seine Regierung relativ wenig an Reformen unternimmt, sprechen viele Analysten lieber von „Kurodanomics“ als von Abenomics. Der 73-Jährige war früher Chef der Asiatischen Entwicklungsbank und darf nun als erster Gouverneur der japanischen Notenbank seit 1961 für weitere fünf Jahre im Amt bleiben.

Die Verlängerung seines Vertrags wird als Signal verstanden, dass Regierung und Notenbank weiter die Überwindung der Deflation anstreben. Umso mehr wurde die Auswahl der beiden Stellvertreter von Kuroda beachtet. Traditionell werden jeweils ein hoher Beamter der Bank of Japan und ein anerkannter Akademiker als Vizegouverneure ernannt. Die Amtszeiten der bisherigen Amtsinhaber Kikuo Iwata und Hiroshi Nakaso enden jeweils am 19. März.

Zwei neue Vizegouverneure

Die Regierung will sie durch Masayoshi Amamiya (62) und Masazumi Wakatabe (52) ersetzen. Amamiya gehörte schon bei der Einführung der quantitativen Lockerung im Jahr 2001 zum Führungspersonal der Notenbank und hat als ihr Spitzenbeamter wesentliche Elemente der aktuellen Geldpolitik entwickelt. Wakatabe hat sich als Professor an der renommierten Universität Waseda in Tokio auf die Ideengeschichte der Ökonomie konzentriert und gilt als aggressiver Verfechter einer Reflationierung.

Sowohl Amamiya als auch Wakatabe gelten als Unterstützer der ultralockeren Geldpolitik. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass sich Japan vom Trend zur Straffung der Geldpolitik in den USA und Europa abkoppelt und seine Geldschleusen noch länger weit offenhalten wird. „Kurodanomics“ geht damit in die zweite Runde.

Foto: Bank of Japan (flickr/Yamashita Yohei CC BY-NC 2.0)