Tokio (JAPANMARKT) – Japan hat weltweit die niedrigste Sterblichkeit von Babys in den ersten vier Wochen nach der Geburt. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Nummer 1 seit 30 Jahren

Nach Angaben der Weltkinderhilfsorganisation UNICEF starb 2016 nur eines von 1.111 Neugeborenen in Japan im ersten Lebensmonat. An zweiter Stelle folgt Island mit einer Sterblichkeit von 1 zu 1.000 und Singapur mit 1 zu 909. Deutschland steht in der UNICEF-Länderliste mit einer Sterblichkeitsquote von 1 zu 435 an 22. Stelle.

UNICEF nennt als generelle Ursachen für eine niedrige Babysterblichkeit „starke, gut ausgestattete Gesundheitssysteme, eine große Anzahl hochqualifizierter Fachkräfte im Gesundheitswesen, eine gut ausgebaute Infrastruktur, leicht verfügbares sauberes Wasser und hohe Standards von Sanitäranlagen und Hygiene in Gesundheitseinrichtungen“.

Japan ist schon vor knapp 30 Jahren die Nummer 1 weltweit mit den wenigsten toten Babys im ersten Lebensmonat gewesen. Aber seit 1991 wurde die eigene Quote von damals 4 zu 1.000 noch einmal um mehr als den Faktor 4 verbessert.

Fachpersonal bei jeder Geburt

1993 zählte eine wissenschaftliche Untersuchung als Ursachen für die niedrige Sterblichkeit unter anderem auf: der universelle Einsatz des boshi kenko techo (Gesundheitshandbuch für Mütter und Kinder); die meisten Geburten treten bei Frauen zwischen 25 und 29 Jahren auf; es gibt nur wenige unverheiratete Mütter; fast alle Geburten finden in Krankenhäusern statt; die Mütter bleiben eine Woche im Krankenhaus.

Die Weltgesundheitsorganisation kam 2008 in einer Analyse zu den folgenden Argumenten für die niedrige Mütter- und Babysterblichkeit in Japan: Es gibt keine Geburt ohne medizinisches Fachpersonal; professionelle Hebammen und ausgebildete Krankenschwestern stehen (kostenlos) zur Verfügung sowie die niedrige Zahl von nur vier Geburten pro 1.000 Frauen im Teenageralter zwischen 15 und 19 Jahren.

Foto: flickr/tomo tang CC BY-NC-ND 2.0