Tokio (JAPANMARKT) – Das Mega-Start-up WeWork hat seine ersten Büros in Japans Hauptstadt eröffnet – mit Hilfe seines japanischen Partners Softbank.

Milliarden von Softbank

WeWork, 2010 in New York gegründet, bietet Büroräume für Start-ups, Kleinunternehmen und Freiberufler an. Die japanische Softbank Group und ihr „Vision Fund“ investieren 4,4 Milliarden Dollar in WeWork. Über ein Joint Venture mit Softbank ist das US-Start-up nun auch in Japan aktiv – zunächst nur in Tokio, aber Yokohama, Osaka und Fukuoka sollen folgen.

Als Einstieg wurden Anfang Februar zwei Stockwerke im Ark Hills Tower in Roppongi bezogen. Die dortigen 886 Schreibtische sind bereits ausgebucht. Zum 1. März folgt eine Bürofläche in Marunouchi Kitaguchi. Zum 1. April öffnen Penthouse-Flächen im Einkaufszentrum Ginza Six sowie ein neunstöckiges Gebäude in Shimbashi. Auch ein Standort in Shibuya ist angekündigt.

Schreibtische und Büros

Verwirklicht wird der moderne Bürowelt: Man mietet einzelne Schreibtische in einem Großraumbüro oder lässt sich ein eigenes Büro abtrennen. Internet per Kabel oder drahtlos und die Nutzung von Druckern sind ebenso inklusive wie der Kaffee aus einer guten Maschine. Je nach Standort kostet die Miete je Schreibtisch ab 55.000 Yen (420 Euro) pro Monat.

Das Angebot ist aus zwei Gründen attraktiv: Erstens kommen Einzelpersonen und Unternehmen in zentraler Lage zu günstigen Konditionen an Arbeitsplätze. Zweitens sparen sie sich die Aufwendungen für Anmietung, Einrichtung und Unterhalt eigener Büros, weil die Infrastruktur im Mietpreis inbegriffen ist, von der Reinigung über Telefonkabinen bis zu Konferenzzimmern.

Netzwerken in der Lounge

WeWork verfügt jedenfalls über ausreichend finanzielle Mittel, um die gemachten Versprechen zu erfüllen und einzuhalten. Die große Frage ist, ob in Japan genug Freiberufler und Unternehmen so flexibel denken und handeln wie WeWork und ihren Arbeitsstil entsprechend umstellen.

So bieten alle Büros als Zusatznutzen eine Lounge, in der man informell Kontakte zu Mitmietern knüpfen kann.  In der Theorie könnte dies dazu beitragen, die Start-up-Kultur in Japan und den Gemeinschaftsgeist zu fördern. Aber es macht auch den Wechsel von Arbeitsplätzen leichter.

Bisher ist die gewünschte Durchmischung noch nicht geschafft: In der ersten WeWork-Fläche in Roppongi Hills machten nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg Abteilungen und Portfolio-Unternehmen des WeWork-Partners Softbank rund die Hälfte der Belegung aus.

Foto: WeWork-Büro in Shanghai (WeWork)