Tokio (JAPANMARKT) – Ein unerwarteter Ausbruch eines Vulkans hat Japans Öffentlichkeit alarmiert. Anders als bei Erdbeben wird offenbar zu wenig Vorsorge betrieben.

Überraschender Ausbruch

Am 23. Januar explodierte der Vulkanberg Moto-Shirane in der Präfektur Gunma. Der Ausbruch wurde von der japanischen Presse als Hinweis auf bestimmte Defizite in der Beobachtung der vulkanischen Aktivitäten in Japan verstanden.

Denn die Eruption geschah völlig unerwartet und überforderte die Behörden. Zwar werden alle 111 aktiven Vulkane in Japan von Spezialisten mithilfe von Kameras überwacht. Doch nur auf dem Berg Shirane stand eine Kamera, nicht jedoch auf dem niedrigeren Zwischengipfel Moto-Shirane.

Ausgerechnet dort kam es offenbar zu einer Dampfexplosion, die besonders schwer vorherzusagen ist. In einem Skigebiet starb durch den Ausbruch ein japanischer Soldat. Weitere elf Menschen wurden verletzt.

Kritik an mangelnder Vorbereitung

Vier der fünf großen Tageszeitungen in Japan kommentierten den Ausbruch. Unisono verlangten sie eine Verbesserung der Überwachung von Vulkanen und betonten die Notwendigkeiten von Evakuierungsplänen durch die umgebenden Gemeinden.

Nach dem Ausbruch des Vulkans Ontake im September 2014 wurde das Gesetz für spezielle Maßnahmen bei aktiven Vulkanen geändert. Die Lokalregierungen und Tourismusbehörden sind nun dazu verpflichtet, Evakuierungspläne für einen Ausbruch vorzubereiten.

Doch laut einem Leitartikel in der Zeitung Asahi haben bisher nur ein Drittel der Gemeinden entsprechende Maßnahmen getroffen. Dies hängt nach Ansicht der Zeitung damit zusammen, dass es in Japan trotz der Vielzahl an Vulkanen zu wenige Forscher und Experten für diesen Bereich gebe.

Lokalregierungen nicht vorbereitet

Auch die Zeitung Yomiuri reagierte kritisch. Die zuständige Behörde hätte nicht einmal den Ausbruch bestätigen können und habe es versäumt, eine Warnung zu veröffentlichen. Erst nach zwei Stunden sei der Zugang zu dem Vulkan gesperrt worden.

Die Zeitung Nihon Keizai räumte in ihrem Kommentar ein, dass die Eruption auf einer Kombination von Faktoren beruhte. Dies bedeute jedoch nicht, dass man keine Vorbereitungen treffe. Durch billige Kameras und Sensoren, die mit dem Internet verbunden seien, ließe sich die Ankündigung von Ausbrüchen verbessern, meinte das Blatt.

Foto: Ausbruch von Vulkan Ontake im September 2014 (flickr/peaceful-jp-scenery (busy) CC BY-NC-ND 2.0)