Tokio (JAPANMARKT) – In den Industriestaaten muss das effektive Rentenalter steigen, damit die Versorgungskosten der alternden Bevölkerung sinken. Dabei geht Japan einen üblichen und einen ungewöhnlichen Weg.

Spätere Rente für Beamte

Die japanische Regierung hat zwei Schritte angekündigt, um die staatlichen Rentenzahlungen zu verringern. Erstens will sie das Pensionsalter der 3,4 Millionen Beamten von derzeit 60 auf 65 Jahre erhöhen. Der Schritt ist überfällig, da dies für die übrigen Japaner bereits beschlossen ist und schrittweise umgesetzt wird. Dabei sollen die Unternehmen auch unterstützt werden.

Zweitens will die Regierung das freiwillige Startalter für den Rentenbezug über 70 Jahre hinaus anheben. Bisher können Japaner mit Versorgungsansprüchen in einem Fenster zwischen 60 und 70 Jahren selbst wählen, ab wann sie ihre Rente beziehen. Wer erst nach dem 65. Lebensjahr mit dem Bezug beginnt, erhält zum Ausgleich eine höhere monatliche Zahlung.

Mittel gegen Arbeitskräftemangel

Die Verschiebung der oberen Grenze über das 70. Lebensjahr hinaus hat die Regierung jetzt für 2020 angekündigt. Vermutlich dürfte man den finanziellen Anreiz für einen solchen noch späteren Bezug zusätzlich erhöhen. Die spätere Auszahlung hat für den Staat vor allem den Vorteil, dass weniger Reserven zu bilden sind.

Eine zweite Überlegung dahinter könnte sein, dass viele dieser Japaner bis zu ihrem späteren Rentenbezug weiterarbeiten und dabei weiter Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Außerdem lindert ihre Weiterbeschäftigung bis ins hohe Alter den starken Mangel an Arbeitskräften, der vor allem durch das Ausscheiden der älteren Arbeiter und Angestellten entsteht.

Foto: Buddha-Figur in Nara (flickr/Wally Gobetz CC BY-NC-ND 2.0)