Tokio (JAPANMARKT) – Die Zahl der ausländischen Erwerbstätigen in Japan hat sich in fünf Jahren fast verdoppelt. Dabei gilt ein klares Motto.

Deutlicher Anstieg

Gastarbeiter statt Einwanderer – so müsste das Ergebnis einer Analyse der Daten zu ausländischen Arbeitnehmern in Japan lauten. Denn ihre Zahl stieg bis Ende Oktober 2017 zwar um 18 Prozent zum Vorjahr auf 1,28 Millionen. Das entspricht einem Anteil von 2 Prozent der Erwerbstätigen. Aber ein Großteil davon bleibt nur für relativ kurze Zeit.

Rund 40 Prozent dieser ausländischen Arbeitskräfte hatten nämlich entweder ein Studenten- oder ein Trainee-Visum. In die erste Kategorie fallen auch Sprachstudenten. Bei der zweiten Kategorie handelt es sich um ein spezielles Regierungsprogramm, das offiziell der Weiterbildung von Ausländern dient.

18 Varianten der Arbeitserlaubnis

Daraus ergibt sich, dass Japans bisheriger Umgang mit ausländischen Erwerbstätigen wenig effizient ist. Wenn zwei Fünftel der derzeitigen Arbeitskräfte nur ein zeitlich befristetes Visum haben, das sie nach ein bis mehreren Jahren zur Ausreise zwingt, dann gehen Japan ihre beruflichen und sprachlichen Fähigkeiten schnell wieder verloren.

Einfacher haben es Ausländer mit speziellen Qualifikationen, die im Fall der Aufnahme einer Arbeit in Japan mit der schnelleren Erteilung einer permanenten Aufenthaltsgenehmigung angelockt werden. Ihre Zahl stieg bis Ende Oktober 2017 auf 238.000. Darunter waren Ärzte, Wissenschaftler und auch Manager.

Derzeit erteilt Japan 18 verschiedene Arten von Arbeitserlaubnissen. Würde man die Visa-Voraussetzungen entsprechend lockern, könnten auch mehr Ausländer in Japan arbeiten. Laut der Finanzzeitung Nikkei plant die Regierung bereits entsprechende Maßnahmen. Sie würden im Juni in die offizielle Wachstumsstrategie aufgenommen.

Foto: Visum für Japan (flickr/Max Braun CC BY-SA 2.0)