Tokio (JAPANMARKT) – Das Bruttoinlandsprodukt von Japan hat im Schlussquartal 2017 mehr zugelegt als zunächst kalkuliert. Mehrere Daten wurden nach oben korrigiert.

Plus bei Kapitalausgaben

Die Wirtschaftsleistung legte stärker als zunächst berechnet um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu. Das entspricht einer Jahresrate von 1,6 Prozent. Die erste Schätzung hatte ein Wachstum von 0,1 Prozent zum Vorquartal und aufs Jahr gerechnet von 0,5 Prozent ergeben (JAPANMARKT berichtete). Entsprechend wurde die Wachstumsrate für das Jahr 2017 nun um 0,1 Punkte auf real 1,7 Punkte erhöht.

Die wichtigsten Faktoren für die Revision waren ein höherer Anstieg der privaten Kapitalausgaben der Unternehmen von 1,0 Prozent (zunächst 0,7 Prozent), eine Hochstufung der öffentlichen Investitionen auf minus 0,2 Prozent (zuvor minus 0,5 Prozent) sowie ein größerer Beitrag der Lagerbestände zur Wachstumsrate in Höhe von 0,1 Punkten (zuvor kein Beitrag).

Die erneute kräftige Korrektur der Wachstumsrate bestätigte die altbekannte Kritik an der Unzuverlässigkeit von Japans statistischen Daten. Doch Besserung ist in Sicht. Die Regierung beschloss am Dienstag, die Daten zu privaten Investitionen früher zu erheben und ab 2019 testweise bei der ersten Schätzung zu berücksichtigen.

Ende der Wachstumsstrecke?

Jedoch könnte Japans längste Wachstumsstrecke der Nachkriegszeit von acht Quartalen in Folge zuende gehen. Darauf deuten einige Konjunkturdaten für Januar: Die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze sanken kräftig. Der Sammelindex aller Indikatoren fiel um 1,8 Punkte zum Vormonat auf 104,8.

Zugleich kam es erstmals seit acht Monaten mit 666,6 Milliarden Yen (5,1 Milliarden Euro) zu einem Defizit in der Handelsbilanz. Dank Rekorderträgen aus den Auslandsvermögen kletterte der Überschuss der Leistungsbilanz jedoch auf das Siebenjahreshoch von 607,4 Milliarden Yen (4,6 Milliarden Euro).

Foto: Nagoya (flickr/hectorlo CC BY-NC-ND 2.0)