Tokio (JAPANMARKT) – Innerhalb kurzer Zeit hat Japan zwei bedeutende Freihandelsverträge abgeschlossen. Das unterstreicht den Reformwillen der Abe-Regierung.

Unterzeichnung von CPTPP

In Santiago de Chile haben elf Pazifik-Anrainerstaaten das Freihandelsabkommen CPTPP (Comprehensive and Progressive Trans Pacific Partnership / Umfassende und Fortschrittliche Transpazifische Partnerschaft) unterzeichnet. Dabei handelt es sich um den Nachfolger des TPP-Vertrages, der noch mit den USA als zwölftem Mitglied ausgehandelt wurde (JAPANMARKT berichtete). Außer Japan sind Kanada, Australien, Neuseeland, Mexiko, Chile, Peru, Vietnam, Malaysia, Brunei und Singapur an Bord.

Japan und Australien waren die entscheidenden Motoren unter diesen Staaten, um den ersten Vertrag nach dem Ausstieg von US-Präsident Donald Trump zu retten. Das Ziel bleibt, dass die USA zu einem späteren Zeitpunkt beitreten. Bis dahin bleiben 22 TPP-Regelungen unter anderem zu geistigen Eigentumsrechten, die auf US-Druck zustande kamen, suspendiert.

Offen für neue Mitglieder

Damit hält Japan, das einst als Champion des Protektionismus galt, zum zweiten Mal binnen weniger Monate die Fahne des Freihandels hoch. Im Dezember hatten die Europäische Union und Japan ihre Verhandlungen über einen Handelsvertrag erfolgreich abgeschlossen, nun folgte der Pazifikanrainer-Vertrag.

Beide Verträge zwingen verschiedene Sektoren der japanischen Wirtschaft, effizienter und produktiver zu werden, um den verschärften Wettbewerb durch mehr Importwaren zu überstehen. Das soll bei der Modernisierung etwa der Landwirtschaft helfen und zugleich den Exporteuren neue Chancen eröffnen.

Japan geht bereits den nächsten Schritt: Ihr Chefunterhändler Kazuyoshi Umemoto hat Großbritannien angeboten, nach dem Brexit dem CPTPP-Vertrag beizutreten, statt einen bilateralen Vertrag mit Japan auszuhandeln. Der asiatische Freihandelsbund sei offen für neue Mitglieder, sobald das Vertragswerk in Kraft getreten ist, sagte Umemoto nach Angaben der Financial Times. Dafür müssen sechs der elf Staaten den Vertrag ratifizieren.

Foto: Blick auf den alten Fernsehturm von Tokio (© Martin Fritz)