Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Finanzaufsicht bestraft sieben Handelsplattformen für Kryptowährungen. Damit korrigiert sie auch eigene Versäumnisse.

Kritik am operativen Betrieb

Die beiden Betreiber FSHO und BitStation müssen ihren Handel bis zum 7. April für vier Wochen einstellen. Bei BitStation hatte ein Mitarbeiter virtuelles Geld abgezweigt. Fünf andere Plattformen – Tech Bureau, GMO Coin, Bike, Mr. Exchange und Coincheck – wurden zu Verbesserungen ihres Geschäftsbetriebes aufgefordert.

Den größten Druck übt die Finanzaufsicht auf Coincheck aus. Die Plattform hatte im Januar bei einem Hackerangriff Kryptogeld im Wert von damals 430 Millionen Euro verloren (JAPANMARKT berichtete), weil das digitale „Portemonnaie“ online zugänglich war. Coincheck will die bestohlenen Nutzer jedoch entschädigen.

Handel auch ohne Zulassung

Nun forderte die Financial Services Agency (FSA) eine „drastische“ Überarbeitung der Managementstruktur. Dies könnte bedeuten, dass die bisherige Führung des Kryptowährungshändlers gehen soll. Außerdem verlangt die FSA, dass der Geschäftsbetrieb „tief“ verändert wird, bevor die Plattform wieder arbeiten darf.

Die verschärfte Überwachung der Kryptohändler in Japan hängt auch mit der bisher laxen Regulierung zusammen. Die FSA hat zwar strikte Kriterien für den Betrieb der Plattformen gesetzt, um einen weiteren Zusammenbruch wie bei der Bitcoin-Börse Mount Gox vor vier Jahren zu verhindern. Aber während der Zulassungsprüfung darf der Betrieb weitergehen.

Nach Angaben des Finanzdienstes Bloomberg wurden bisher 16 Handelsplattformen zugelassen. Für 16 weitere läuft die Prüfung noch. Darunter sind jedoch die bestohlene Coincheck-Plattform sowie die weltweit bedeutenden Händler BitFlyer und Zaif. Drei der 16 Händler zogen ihren Zulassungsantrag nun zurück, darunter auch die bestrafte Plattform BitStation.

Foto: Visualisierung von Bitcoins (flickr/fdecomite CC BY 2.0)