Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Sportbehörde hat eine Kampagne für das Tragen von Sportschuhen am Arbeitsplatz gestartet. Dadurch sollen sich die Japaner mehr bewegen.

Sneakers statt Anzugschuhe

Anfang Oktober vergangenen Jahres erschien der Chef der Japan Sports Agency, Daichi Suzuki, im üblichen Anzug, aber mit Sportschuhen vor der Presse. Die Japaner sollten es sich zur Gewohnheit machen, sich bei jeder möglichen Gelegenheit sportlich zu betätigen, erklärte Suzuki sein ungewöhnliches Auftreten. Deshalb sollte man auch beim Pendeln Sportschuhe tragen.

Das sei keine schlechte Idee, kommentierte damals die Zeitung „Asahi“ in ihrer täglichen Kolumne „Vox Populi“ und verwies auf den verbreiteten Fitnessrat, auf dem Weg von und zur Arbeit jeweils eine Bahnstation früher auszusteigen und den Rest der Strecke zu Fuß zurückzulegen. Das sei in bequemen Sneakers natürlich leichter als in Büroschuhen.

„Fun + Walk“ für mehr Bewegung

Jetzt hat die Sportagentur ihre Idee in die Tat umgesetzt. Ab dem 1. März sollen die Japaner in Sportschuhen pendeln und dadurch mehr Schritte pro Tag zurücklegen. „Fun + Walk“ heißt die Kampagne. Dafür hat die Agentur sogar eine eigene Smartphone-App entwickelt. Dort können sich die User zu ihnen passende Maskottchen auswählen und Punkte für ihre täglich erreichte Schrittzahl sammeln. Laut einem Bericht der Finanzzeitung „Nikkei“ bieten Männermode- und Sportschuhgeschäfte bereits entsprechende Kombinationsmöglichkeiten an.

Die Sportbehörde ist mit ihrer Idee nicht allein: In der Präfektur Fukui hat die lokale Regierung ebenfalls eine Kampagne für das Tragen von Sportschuhen auf dem Weg zur Arbeit und zurück sowie im Büro begonnen. Die Präfekturverwaltung reagiert damit auf eine im landesweiten Durchschnitt relativ niedrige Zahl von Schritten der Einwohner pro Tag, wie NHK World berichtete. Diese Zahl soll in Fukui auf 8.000 pro Tag steigen, Ärzte empfehlen sogar 10.000 Schritte pro Tag.

Japans Arbeitnehmer sind bereits daran gewöhnt, zwischen April und September lockerer gekleidet zur Arbeit zu erscheinen. Die Kampagne „Cool Biz“ dient dazu, zugunsten des Umweltschutzes den Stromverbrauch der Klimaanlagen an den Arbeitsplätzen zu verringern. Kurzärmelige Blusen und Hemden sind dann ebenso erlaubt wie das Weglassen von Jacketts und Krawatten. Nun könnten die Unternehmen womöglich auch die Vorschriften für die Schuhbekleidung lockern.

Foto: Sportschuhe von Adidas in Japan (flickr/Estevan Cruz CC BY-NC-ND 2.0)