Tokio (JAPANMARKT) – Das Familienunternehmen Imabari Shipbuilding entwickelt sich zur dominanten Macht in Japans Schiffsbauindustrie. Prominente Rivalen wurden in den Schatten gestellt.

Imabari auf Expansionskurs

Japans Schiffsbauer ließen in 1980er Jahren rund die Hälfte des jährlichen globalen Tonnagevolumens vom Stapel. Durch die Konkurrenz aus Südkorea und China ist dieser Weltmarktanteil inzwischen auf ein Fünftel geschrumpft. Das führende Unternehmen in Japan ist schon seit einigen Jahren Imabari Shipbuilding in der Präfektur Ehime mit einem Marktanteil von zuletzt mehr als 21 Prozent (2016).

Ungeachtet der Konsolidierung befindet sich dieser Schiffsbauer auf Expansionskurs. Im September 2017 eröffnete Imabari Shipbuilding in Marugame in der Präfektur Kagawa für 40 Milliarden Yen (knapp 300 Millionen Euro) eine neue Werft (JAPANMARKT.de berichtete). Einige Monate später folgte der nächste Streich: Imabari übernimmt eine Werft der Konkurrenz.

Der Frachtschiff-Logistiker Mitsui O.S.K. Lines und der Schiffszulieferer Mitsui Engineering & Shipbuilding werden ihre Anteile von 24 bzw. 25 Prozent an Minaminippon Shipbuilding an Imabari verkaufen. Die Initiative ging nach japanischen Presseberichten von den beiden Mitsui-Unternehmen aus, weil Minaminippon seit zwei Jahren rote Zahlen schreibt.

Übernahme einer Konkurrenzwerft

Eigentlich war die Führung von Imabari der Meinung, dass die Minaminippon-Werft in Oita auf der Hauptinsel Kyushu zu weit von der eigenen Hauptwerft in Imabari entfernt sei. Das verteuere den Transport von Schiffsteilen zwischen den Werften. Doch Imabari-Präsident Yukito Higaki, ein Mitglied der Gründerfamilie, entschied sich trotzdem für die Übernahme.

Nach Informationen der Wirtschaftszeitung Nikkei verspricht sich Higaki davon bessere Beziehungen zu den Verkäuferunternehmen. Mitsui O.S.K. Lines ist bereits ein Abnehmer von Imabari-Schiffen. Die Übernahme des Sorgenkindes soll neue Aufträge sichern. Mitsui Engineering verkauft Schiffsmotoren an Imabari. Hier erhofft sich Higaki bessere Konditionen.

Unterdessen backt auch ein zweiter Konkurrent mit prominentem Namen kleinere Brötchen: Mitsubishi Heavy Industries organisierte das Werftgeschäft zum Jahresanfang neu und konzentriert sich künftig auf den Bau von Schiffen mit verstärkten Rümpfen und neuen Brennstoffen. Ein Grund für den neuen Schwerpunkt sind hohe Verluste beim Bau von zwei Kreuzfahrtschiffen für die Reederei AIDA (JAPANMARKT.de berichtete).

Foto: Werft in Imabari (Wikipedia Gemeinfrei)