Tokio (JAPANMARKT) – In Österreich entsteht gerade das höchste Holzhochhaus der Welt. Aber ein japanisches Unternehmen will das Wiener „HoHo“um das Vierfache übertreffen.

Nur 10 Prozent aus Stahl

Noch in diesem Jahr soll das Holzhochhaus – kurz HoHo – in der Wiener Donaustadt fertiggestellt werden. Mit 84 Metern Höhe und 24 Etagen wird es das höchste Haus dieser Art weltweit sein. Allerdings dürfte es diesen Titel nicht lange behalten, falls der in London geplante 300 Meter hohe Oakwood Tower verwirklicht wird.

Doch in Japans Hauptstadt Tokio denkt man bereits noch höher. Das japanische Unternehmen Sumitomo Forestry will anlässlich seines 350. Geburtstages ein 350 Meter hohes Holzhochhaus errichten. Das Design stammt vom japanischen Architektenbüro Nikken Sekkei.

Der Bau im Zentrum von Tokio soll zu 90 Prozent aus nachwachsenden Materialien bestehen, die übrigen zehn Prozent aus Stahl sorgen für das erdbebensichere Gerüst. Der „grüne Charakter“ wird nach außen durch eine üppige Bepflanzung und viele Balkone sichtbar gemacht.

Sperrbrettholz als Basismaterial

Geplant sind 70 Stockwerke mit einer Gesamtfläche von 6.500 Quadratmetern für 8.000 Wohnungen. Benötigt werden 185.000 Kubikmeter Holz, vor allem in Form von Sperrbrettholz. Es besteht aus dünnen Holzschichten, die überkreuzt verklebt und mit einem feuerfesten Kleber getüncht sind.

Die Stabilität wird durch versteifte Rohrkonstruktionen erreicht, damit das Gebäude auch Erdbeben und Taifunen standhalten kann. Die Realisierung ist jedoch erst für das Jahr 2041 geplant – zum einen, weil dann der 350. Geburtstag von Sumitomo Forestry ist, zum anderen, weil die Finanzierung der 600 Milliarden Yen (4,6 Milliarden Euro) Baukosten wohl noch nicht gesichert ist.

Foto: Schematische Darstellung des Holzhochhauses (Sumitomo Forestry)