Tokio (JAPANMARKT) – Wenn es um die Chancen von Frauen am Arbeitsplatz im Vergleich zu Männern geht, schneidet Japan deutlich schlechter ab als der Durchschnitt der OECD-Länder. Aber Frauen in Deutschland haben es auch nicht gerade einfach.

Japan an vorletzter Stelle

Laut dem Glass Ceiling-Index 2018 der Zeitschrift The Economist liegt Japan – wie im Vorjahr – bei den Chancen für berufstätige Frauen unter 29 Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) auf dem vorletzten Platz. Nur Südkorea ist schlechter bewertet. Deutschland fiel um einen auf den 20. Platz und bleibt unter dem Durchschnitt der 29 Staaten.

Der Index zeigt, dass die skandinavischen Länder die besten Arbeitsplätze für Frauen bieten. Der Begriff „Glasdecke“ bezieht sich auf die Tatsache, dass es für Frauen eine unsichtbare Barriere am Arbeitsplatz gibt, so dass sie nicht so weit kommen wie Männer. In Japan spricht man von der Bambusdecke.

Direkter Vergleich der Indikatoren

JAPANMARKT.de hat die Zahlen für alle zehn Indikatoren des Indexes für Japan und Deutschland im direkten Vergleich:

Hochschulbildung: In Japan ist der Anteil der Frauen mit tertiärem Bildungsabschluss um 0,3 Punkte höher als bei den Männern (Rang 23). In Deutschland ist dieser Anteil der Frauen um 6,1 Punkte niedriger als bei den Männern (Rang 27).

Erwerbsquote: In Japan ist die Erwerbsquote der Frauen um 17,3 Prozentpunkte niedriger als die der Männer (Rang 26). In Deutschland beträgt dieser Unterschied 8,6 Punkte (Rang 10).

Lohngefälle zwischen den Geschlechtern: In Japan verdienen Frauen 25,7 Prozent weniger als Männer (Rang 28). In Deutschland beträgt der Unterschied 15,7 Prozent (Rang 18).

Frauen in Führungspositionen: In Japan sind 13,0 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt (Rang 28). Deutschland kommt auf eine Frauenquote von 29,3 Prozent (Rang 21).

Frauen in den Verwaltungsräten von Unternehmen: Japan liegt mit einer Quote von 5,3 Prozent der Sitze in den Verwaltungsräten der Unternehmen am Ende der Rangliste. In Deutschland halten Frauen 20,9 Prozent der Verwaltungsratsmandate (Rang 18).

Niedrige Kinderbetreuungskosten

GMAT-Prüfungen von Frauen: In Japan werden 21,5 Prozent der GMAT-Prüfungen von Frauen abgelegt. Das ist der niedrigste Anteil der 29 Index-Länder. Deutschland belegt mit 33,8 Prozent den 18. Rang.

Frauen im Parlament: In Japan sind 10,1 Prozent der Parlamentarier weiblich (Rang 29). Deutschland kommt mit 30,7 Prozent auf den 16. Rang.

Netto-Kinderbetreuungskosten: In Japan betragen die Netto-Kinderbetreuungskosten 20,9 Prozent des Durchschnittslohns (Rang 19). Deutschland kommt auf eine Quote von 5,4 Prozent. Das ist der vierhöchste Wert in der Rangliste.

Bezahlter Mutterschaftsurlaub: In Japan erhalten Frauen 35,8 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub. Das bedeutet Platz 9 im internationalen Vergleich. Deutschland bietet 42,6 Wochen bezahlten Mutterschutz (Rang 6).

Bezahlter Urlaub für Väter: Der bezahlte Urlaub für Väter ist in Japan mit 30,4 Wochen am höchsten. Aber kaum ein Vater in Japan macht von dieser großzügigen Option Gebrauch. In Deutschland sind es 5,7 Wochen (Rang 9).

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Foto:  Eutah Mizushima auf Unsplash