Tokio (JAPANMARKT) – Unter dem Schlagwort „Cool Japan“ fördert die japanische Regierung die Verbreitung von japanischer Kultur im Ausland. Allerdings häufen sich teure Misserfolge.

Kultur als Verlustbringer

Der halbstaatliche Investitionsfonds Innovation Network Corporation of Japan (INCJ) ist durch große Investitionen in Industrieunternehmen – darunter die Rettung von Renesas und die Gründung von Japan Display – bekannt geworden. Aber der INCJ steckte in staatlichem Auftrag auch Kapital in kleine Unternehmen, die mit japanischer Kultur im Ausland Geschäfte machen.

So erhielt All Nippon Entertainment Works nach Angaben der Zeitung Yomiuri 2,2 Milliarden Yen (17 Millionen Euro), um unter dem Slogan „Cool Japan“ japanische Zeichentrickfilme in Hollywood produzieren zu lassen. Der INCJ half bei der Gründung und schickte einen Vertreter in den Verwaltungsrat. Sechs Jahre später wurde der Filmproduzent mit einem Verlust von 98,5 Prozent verkauft, ohne ein einziges Werk produziert zu haben.

Ein zweiter Misserfolg der Kulturförderung im Ausland war das Unternehmen Gloczus, das ebenfalls vom INCJ aus der Taufe gehoben wurde. Es sollte japanische Klingeltöne und Handyspiele in Indonesien vermarkten. Gloczus erhielt dafür 600 Millionen Yen (4,6 Millionen Euro), wurde jedoch nach knapp fünf Jahren mit einem Verlust von 500 Millionen Yen liquidiert.

Geschäftsziele nicht erfüllt

Seit 2015 laufen Investitionen in japanische Kultur im Ausland ausschließlich über den Cool Japan Fund. Aber als Investor beweist dieser Fonds ebenfalls kein gutes Händchen. Als eines von mehreren Beispielen nannte die Finanzzeitung Nikkei das Kaufhaus „Isetan The Japan“ für japanisches Kunsthandwerk sowie Textilien und Nahrungsmittel in Kuala Lumpur (Malaysia). Der Fonds investierte 1 Milliarde Yen (7,7 Millionen Euro) in das Projekt, doch das Kaufhaus produzierte hohe Verluste.

Laut dem Nikkei-Bericht hat der Cool Japan Fund in seine derzeitigen 24 Projekte rund 50 Milliarden Yen (385 Millionen Euro) gesteckt. Doch mindestens 10 der 18 Projekte, die länger als ein Jahr laufen, hätten ihre Geschäftsziele und -vorgaben nicht erfüllt, sei es für Gewinne, Umsätze oder Anzahl der Ladeneröffnungen. Offenbar verlässt sich der Fonds zu sehr darauf, dass sich japanische Produkte im Ausland leicht verkaufen lassen.

Foto: Japan Expo im Ausland (Wikipedia CC BY-SA 3.0)