Tokio (JAPANMARKT) – Ein japanisches Verkaufsportal für Mode lockt Daten-Spezialisten mit untypisch hohen Gehältern an. Das spiegelt den Wettbewerb um solche Experten.

Jahresgehalt von 770.000 Euro

Start Today Inc., das Unternehmen hinter Japans größtem Mode-Webportal Zozotown, bietet bis zu sieben „Genies“ ein Jahresgehalt zwischen 10 Millionen und 100 Millionen Yen (77.000 und 770.000 Euro) sowie 50 „außerordentlichen Talenten“ zwischen 4 Millionen und 10 Millionen Yen (31.000 und 77.000 Euro). 100 Millionen Euro verdienen in Japan sonst nur Manager.

Die gesuchten Experten sollen ein neues Forschungsteam zur wissenschaftlichen Vorhersage künftiger Mode bilden. Auf seiner Webseite gibt sich das Unternehmen überzeugt, dass sich das Geheimnis für den Erfolg von bestimmten Kleidungsstilen quantifizieren lässt.

Bisher sei es noch niemandem gelungen, diesen „goldenen Schnitt“ für Mode zu identifizieren. „Aber wir wollen die Faktoren, die Mode cool, niedlich und schön machen, wissenschaftlich beweisen“, erklärte Start Today.

Zauberformel für Modeerfolge

Als Grundlage sollen die 100 Millionen Datensets von Käufen auf der eigenen Webseite, 30 Millionen offizielle Produktdaten, 10 Millionen Outfit- und Stylingdaten, 23 Millionen Benutzerdaten sowie zahllose weitere Informationen dienen.

Die gesuchten Spezialisten sollen anhand dieser Daten die Zauberformel für Mode-Bestseller ermitteln. Anschließend könnte Zozotown auf dieser Basis eigene Entwürfe von Modeartikeln anbieten und auf diese Weise noch erfolgreicher werden.

Rare Big-Data-Spezialisten

Die Herausforderung für das japanische Portal besteht darin, dass die Zahl der Spezialisten für den Umgang mit großen Datenmengen und ihre Auswertung mit Hilfe von künstlicher Intelligenz stark begrenzt ist. Dabei konkurriert Start Today mit weit größeren Unternehmen wie Toyota oder Fujitsu.

Da die Marke Zozotown gegen solche Namen verblasst, bleibt dem Webportal nur der Weg, wesentlich höhere Jahresgehälter als die bekanntere Konkurrenz zu bieten. Dieses Rezept wenden bereits andere Tech-Konzerne wie Huawei in Japan an (JAPANMARKT berichtete), aber so weit wie Start Today gehen nicht einmal die Chinesen. Die Bewerbungsfrist endet am 18. Mai.

Foto: Start Today via Facebook/Start Today