Tokio (JAPANMARKT) – Japanische Wissenschaftler entwickeln Technologien für eine Besiedelung des Mondes. Ihre Chefin ist Japans erste Astronautin.

Ex-Astronautin als Chefin

Die Tokyo University of Science hat ein eigenes Forschungszentrum für Weltraumkolonien mit 30 Mitarbeitern ins Leben gerufen. Sie studieren Methoden, damit Menschen über längere Zeit auf anderen Himmelskörpern überleben können.

Es geht um die Entwicklung von Technologien, die anschließend mit Hilfe von privaten Unternehmen umgesetzt werden sollen. Auch eine Anwendung der gefundenen Lösungen auf der Erde wird angestrebt. Dafür hat die Universität verschiedene Forscherteams zusammengebracht, die bereits an Lösungen für extraterrestrische Siedlungen arbeiten.

Das Space Colony Research Center wird von Chiaki Mukai geleitet. Die 65-Jährige Medizinerin war 1994 die erste Japanerin im Weltraum und hat bei ihren zwei Missionen mehr als 500 Stunden in einer Raumstation verbracht. „Eine Mondkolonie bis 2030 ist sehr realistisch“, sagte Mukai, eine ehemalige Herzchirurgin, der Nachrichtenagentur afp.

Strom aus Temperaturdifferenz

Das Forscherteam betreibt mehrere Projekte, die eine Kolonisierung anderer Planeten und Monde ermöglichen könnten. Dazu gehört zum Beispiel die Herstellung von flüssigem Plasma durch Hochspannung in einer Salzlösung. Das verringert die Algenbildung im Wasser und erhöht das Wachstumstempo von Pflanzen. Damit ließen sich Kartoffeln und Gemüse im Weltall anbauen.

Ein zweites Projekt konzentriert sich auf die Herstellung von Strom mit Hilfe von Temperaturunterschieden. Thermoelektrische Sensoren könnten durch die extrem hohen Unterschiede zwischen Tages- und Nachttemperatur im Weltall sowie dem Inneren der Kolonie genug Strom für die ganze Weltraumsiedlung erzeugen.

Foto: Mond (flickr/Don McCullough CC BY-NC 2.0)