Tokio (JAPANMARKT) – Die Toyota-Tochter Hino Motors und die LKW- und Bus-Sparte von Volkswagen haben eine strategische Partnerschaft „auf Augenhöhe“ vereinbart. Beide Seiten versprechen sich davon Vorteile.

Zukunftstechnik im Blick

Volkswagen Truck & Bus, die junge Sparte der VW-Gruppe für die Nutzfahrzeuge von MAN und Scania, und Hino, zu etwas mehr als 50 Prozent im Besitz von Toyota, wollen bei Technologien wie Hybrid- und Elektroantrieben, autonomem Fahren und Konnektivität zusammenarbeiten.

Angesichts des Wachstums des Internethandels, der Urbanisierung und des Mangels an Fahrern könne Hino nicht so weitermachen wie bisher, sagte Yoshio Shimo, Präsident und CEO von Hino seit Juni 2017, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit VW-Spartenchef Andreas Renschler in Tokio.

Unter dem Slogan „Laster und Busse, die mehr können“ setze Hino auf Sicherheits- und Umwelttechnik, maßgeschneiderte Kundenlösungen und „neue Felder“. Man kooperiere mit VW, um Ressourcen und Technologien zu maximieren, so Shimo. Eine Kapitalverschränkung ist jedoch nicht geplant.

Stärke von Hino in Asien

Hino Motors ist eine Chimäre: Auf der einen Seite ein Hersteller von Nutzfahrzeugen vom Kleinlaster bis zum Bus mit den drei Verkaufssäulen Japan, Asien und USA: Als Absatzziel für das Geschäftsjahr 2017 (bis 31. März 2018) sind 185.000 Einheiten angepeilt. Auf der anderen Seite ist Hino ein Auftragsfertiger von Toyota vor allem für Geländewagen. Hier liegt das Jahresziel bei knapp 147.000 Stück.

Aus Wolfsburger Sicht ist vor allem das starke Vertriebsnetz von Hino in Südostasien interessant. „Deswegen ist unsere Vereinbarung mit Hino für VW strategisch bedeutend“, erklärte Renschler in Tokio. Die beiden Unternehmen passten in ihrer regionalen Aufstellung und ihren Produkten exzellent zusammen. Die einzige bisherige Zusammenarbeit zwischen Hino und Volkswagen ist eine bereits mehr als zehn Jahre alte Vertriebsvereinbarung mit Scania, heute ein Teil von VW Bus & Truck, in Südkorea.

Fokus auf Kunden und Technik

In Japan produziert Hino in einer Mutterfabrik eine inzwischen stark reduzierte Zahl von Standardteilen und baut damit in jeweils einer Fabrik in Thailand und Indonesien eine Bandbreite verschiedener Nutzfahrzeuge zusammen. Dadurch kann Hino die Kosten drücken und dem festen Yen ein Schnippchen schlagen.

Der Fokus der Japaner liegt auf einer starken Kundenbetreuung sowie modernen Technologien. Bisher wurden 15.000 Einheiten mit Hybridmotor verkauft. Außerdem ist Hino in die Herstellung von Elektro- und Plugin-Bussen eingestiegen. Der mit Brennstoffzellen angetriebene Bus „Sora“, der demnächst auf Japans Straßen verkehrt, wurde zusammen mit Toyota entwickelt.

Foto: (von links) Taketo Nakane, Director and Senior Managing Officer Hino Motors, Yoshio Shimo, President & CEO Hino Motors, Andreas Renschler, Mitglied des Vorstands Volkswagen AG und CEO Volkswagen Truck & Bus, Matthias Gründler, CFO Volkswagen Truck & Bus (Quelle: VW)