Tokio (JAPANMARKT) – Anfang nächsten Jahres führt Japan eine Sayonara-Steuer für Ausreisende ein. Die Verwendung der Einnahmen ist allerdings noch nicht klar.

Abgabe für Tourismus

Ab dem 7. Januar 2019 wird von allen japanischen und internationalen Reisenden, die Japan verlassen, eine „Wiedersehenssteuer“ von 1.000 Yen (7,60 Euro) erhoben. Ausgenommen sind nur Kinder unter zwei Jahren sowie Transitreisende, die sich kürzer als 24 Stunden in Japan aufhalten.

Konkret wird dies so ablaufen, dass bei der Buchung einer Flugreise von oder nach Japan für denjenigen Reiseabschnitt, der von Japan ins Ausland führt, die Steuer aufgeschlagen wird. Ein Hin- und Rückflugticket verteuert sich also um 1.000 Yen. Die Steuer wird wie üblich neben anderen Fluggebühren einzeln ausgewiesen.

Die japanische Regierung rechnet mit jährlichen Einnahmen von 40 Milliarden Yen (300 Millionen Euro). Die Verantwortlichen für den Tourismus wünschen sich, dass das Geld für bessere Infrastruktur ausgegeben wird. Nach japanischen Medienberichten hat das Finanzministerium die detaillierte Verwendung jedoch noch nicht festgelegt.

Niedrige Gebühr

Als sinnvoll und wünschenswert werden von Tourismus-Managern zum Beispiel Technologien für eine schnellere Besucherabfertigung an der Grenzkontrollstellen auf den Flughäfen sowie kostenloser Internetzugang per WiFi an beliebten Touristenzielen angesehen.

Im internationalen Vergleich fällt die japanische „Sayonara-Steuer“ recht bescheiden aus: Großbritannien verlangt seit dem 1. April nach Distanz und Flugklasse gestaffelte Gebühren. Für einen Flug in der Economy-Klasse von London nach New York fällt eine Steuer von 78 Pfund (90 Euro) an.

Australien verlangt bei der Ausreise eine „Passenger Movement Charge“ von 60 AUS-Dollar (38 Euro). In Singapur werden 34 US-Dollar Ausreisezuschlag fällig. In Thailand sind es 700 Baht (18 Euro). Deutschland schlägt seit 2011 eine distanzabhängige Luftverkehrssteuer (Kennzeichen OY) auf Tickets auf. Ein Flug nach Japan wird dadurch um 41,97 Euro teurer.

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