Tokio (JAPANMARKT/fr) – Japans größter Pharmahersteller Takeda hat sein Gebot für den irischen Rivalen Shire erneut aufgestockt. Damit wird die Übernahme noch riskanter.

Drei Gebote in drei Wochen

Nach eigenen Angaben bietet Takeda jetzt 46,50 Pfund je Aktie, davon 17,75 Pfund in bar und 28,75 Pfund in neuen eigenen Aktien. Damit wird das irische Pharmaunternehmen mit rund 50 Milliarden Euro bewertet.

Doch auch das dritte Gebot mit einer gesamten Steigerung um 2,50 Pfund je Aktie wurde von der Shire-Führung nicht angenommen. Dennoch wollen die Japaner unter der Führung des Franzosen Christophe Weber weiter verhandeln. Sie haben nach britischen Börsenregeln zunächst bis zum 25. April Zeit, ihr Angebot an die Aktionäre offiziell publik zu machen.

Takeda-Aktie im Sinkflug

Die Anleger an der Börse in Tokio zeigen sich wenig begeistert. Die Aktie von Takeda hat seit Mitte Januar fast ein Viertel an Wert verloren. Seit dem Bekanntwerden des ersten Gebots für Shire summieren sich die Verluste auf 12 Prozent. Dabei ist die Marktkapitalisierung auf rund 30 Milliarden Euro geschrumpft. Dagegen liegt der Börsenwert von Shire nach einem Zuwachs um mehr als die Hälfte binnen weniger Woche nun bei 41 Milliarden Euro.

Nach der Kalkulation von Shire selbst bedeutet das jüngste Angebot der Japaner, dass die Aktionäre von Shire aufgrund der Ausgabe neuer Aktien aktuell 51 Prozent der Anteile des fusionierten Unternehmens bekommen würden. Die Übernahme von Shire bedeutet also letztlich, dass Takeda in dem irischen Unternehmen aufgeht.

Aufstieg zum Global Player

Takeda-Chef Weber will den japanischen Marktführer mit aggressiven Zukäufen zu einem der zehn größten Pharma-Unternehmen der Welt machen. Nach Angaben der Finanzzeitung Nikkei liegt Takeda in der internationalen Umsatzrangliste derzeit an 17. und Shire an 20. Stelle. Zusammen sprängen sie den neunten Platz.

Doch es geht Weber in erster Linie nicht um schiere Größe. Vielmehr fehlt es Takeda an künftigen Medikamenten-Blockbustern. Derzeit gibt es nur zwei vielversprechende Kandidaten in der Pipeline: Entyvio gegen chronische Darmentzündungen und Ninlaro gegen die Kahlert-Krankheit, eine Art Krebserkrankung der Blutplasmazellen.

Daher liegt der Wert von Shire in einem Portfolio von Medikamenten zur Behandlung von seltenen Krankheiten. Die geringere Zahl von potentiellen Patienten wird durch die höheren Therapiekosten ausgeglichen. Die Akquisition von Shire würde die langfristigen Überlebenschancen von Takeda als Pharmaunternehmen deutlich erhöhen.

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