Tokio (JAPANMARKT) – Eine Forschergruppe des japanischen Instituts RIKEN hat eine Solarzelle zum Aufbügeln entwickelt. Das hilft der Verbreitung von „smarten“ Textilien.

Drei Mikrometer dicke Solarzelle

Nach Angaben des Instituts besteht die Solarzelle aus einem organischen, halbleitenden Polymer, der auf einen dünnen, weichen Kunststoff aufgetragen wird. Die eigentliche stromerzeugende Zelle ist nur drei Tausendstel Millimeter dick, liefert jedoch genug Strom für den Betrieb eines MP3-Spielers. Natürlich ist die Zelle auch waschbar.

Damit reagieren die Forscher auf die Vision, dass immer mehr Sensoren in Textilien integriert werden, etwa um die Körpertemperatur oder den Herzschlag zu messen. Doch solche Sensoren bräuchten Strom. Daher kamen die RIKEN-Entwickler auf die Idee, eine textilfähige Stromquelle zu finden.

Stromquelle für „Wearables“

Die Stromquelle für die – im wahren Sinne des Wortes – „Wearables“ in Textilien wurde unter Leitung von RIKEN-Forscher Kenjiro Fukuda zusammen mit Wissenschaftlern von Unternehmen wie dem Kunststoffspezialisten Toray entwickelt. Der Vorläufer wurde im September vergangenen Jahres vorgestellt und seitdem deutlich verbessert.

Die Solarzelle funktioniert noch selbst bei 100 Grad Celsius einwandfrei und erreicht eine Umwandlungsrate für Solarenergie von bis zu zehn Prozent. Die Kombination von hoher Effizienz und großer Stabilität ermöglicht es, dass die Solarzelle mit einem Bügeleisen auf Textilien gebracht werden kann.

Über die Entwicklung des halbleitenden Polymers hinaus kommen bei der Solarzelle neue ultradünne Substratmaterialien und Abdichtmembranen zum Einsatz. Durch die Kombination von 110 Zellen auf einer Fläche von fünf Quadratzentimetern wurde ein Stromfluss von 100 Milli-Watt pro Quadratzentimeter erreicht.

Foto: RIKEN