Tokio (JAPANMARKT) – Die japanischen Lackvasen der Porzellansammlung Dresden werden in den nächsten Jahren aufwändig restauriert. Dafür leistet die japanische Seite großzügig und tatkräftig Hilfe.

Japanische Kunstfertigkeit

Die Porzellansammlung in der sächsischen Landeshauptstadt besitzt 64 der großen Lackvasen, die um 1700 in Japan speziell für den Export nach Europa gefertigt wurden. Nach Ansicht des Museums verbinden sie auf einzigartige Weise barocke Opulenz mit japanischer Technologie und Kunstfertigkeit.

Neun davon sind sogenannte Vogelbauervasen, die wegen ihrer Seltenheit und speziellen Form zu den bekanntesten Stücken der Sammlung gehören. Der Name dieser 52 Zentimeter hohen Henkelvasen rührt davon, dass ihr Bauch mit einem Metallkäfig samt Porzellanvögeln ummantelt ist. Nun präsentierte Restauratorin Magdalene Kozar die erste dieser Vogelbauervasen, die inzwischen restauriert wurde.

Erste Restaurierung in Japan

Diese Aufgabe übernahmen japanische Experten im Tokyo National Research Institute for Cultural Properties. Das Problem ist der japanische Urushi-Lack der dekorativen Vasenauflagen. Der Lack reagiert auf jeden Wechsel von Luftfeuchtigkeit und Temperatur mit einer zumindest geringfügigen Veränderung der Ausdehnung – Porzellan dagegen ist relativ stabil. Dies führte im Verlauf der vergangenen 300 Jahre dazu, dass die Auflagen abfielen oder ihre Haftung zum Porzellan verloren.

Untersuchungen mit Computertomographie und Röntgenfluoreszenz erleichterten nach Angaben des Dresdner Museums die Auswahl der Restaurierungsmaterialien und ermöglichten die material-und technologiegetreue Wiederstellung. Das Tokyo National Research Institute übernahm alle Kosten für den Prozess und dokumentierte die Untersuchungen und Maßnahmen in einer Fachpublikation.

Bei der ersten Vase entschied sich das deutsch-japanische Team, sich auf die Reinigung und Konservierung des heutigen Erhaltungszustands zu beschränken. Anhand der Ergebnisse wäre zukünftig aber auch eine material- und technologiegetreue Ergänzung der verlorenen Dekore möglich. Einen Vorgeschmack erhalten die Besucher der Sammlung: Die erste restaurierte Vase steht bereits in der Bogengalerie der Porzellansammlung Dresden.

Foto: © Staatliche Kunstsammlungen Dresden