Tokio (JAPANMARKT) – Das erste kommerzielle Produkt für eine in Deutschland entwickelte neue schnelle Übertragungstechnik für Daten, LiFi genannt, kommt in Japan auf den Markt.

Optisches Relais für Backhaul

Bei dem „LED Backhaul“ genannten Produkt handelt es sich um ein optisches Relais für hochaufgelöste 4K- und 8K-Fernsehbilder, das Datenraten zwischen 100 und 750 Megabit pro Sekunde erreichen kann. Die Übertragung der Daten geschieht mit einer optischen LED-basierten Übertragungstechnik, die das Fraunhofer HHI (Heinrich-Hertz-Institut) entwickelt hat.

Sein japanischer Industriepartner Sangikyo hatte die Technologie mit zur technischen Marktreife gebracht und nun die erste kommerzielle Anwendung umgesetzt. Das soll der Technologie zum Durchbruch verhelfen: „In Zukunft wird LED Backhaul durch IEEE 802.15.13 und durch internationale Standardisierungsaktivitäten des Fraunhofer HHI standardisiert“, erklärte Yasukazu Sengoku, Chief Operating Officer von Sangikyo. Das Unternehmen aus Yokohama produziert Kommunikationssysteme für Satelliten und den Mobilfunk.

Datenübertragung in Hochgeschwindigkeit

Das Fraunhofer HHI hatte die Idee einer optischen Kurzstrecken-Verbindung im Backhaul-Bereich im Rahmen von zwei europäischen Forschungsprojekten verwirklicht. Beim Backhaul geht es um den Rücktransport von Daten zu Netzwerkknotenpunkten. Das LED Backhaul von Sangikyo ließe sich jedoch auch als flexibles Netzwerk zur Verlängerung von LAN-Verbindungen nutzen. Daher benutzt man – analog zu WiFi – das Kürzel LiFi, um das lichtbasierte Netzwerk zu beschreiben.

Die optische Drahtlosübertragung durch Leuchtdioden gilt als vielversprechende Lösung für die kommende 5G-Technologie im Mobilfunk und Internet der Dinge. Über kurze Distanzen lassen sich durch LiFi die anfallenden riesigen Datenmengen schnell und zuverlässig übertragen, zum Beispiel in vernetzten Fabriken (Industrie 4.0) oder in Räumen mit schlechten Funkverbindungen, etwa in Konferenzräumen und U-Bahnen.

„Wir entwickeln Kommunikationstechnologien der Zukunft und werden weiterhin mit Sangikyo zusammenarbeiten und eine breite Palette von drahtlosen Hochgeschwindigkeitssystemen mit LED-Licht entwickeln“, kündigte Professor Ronald Freund, Abteilungsleiter Photonische Netze und Systeme am Fraunhofer HHI, an.

Foto: Fraunhofer HHI