Tokio (JAPANMARKT) – Das Parlament steht kurz vor der Zulassung der ersten Kasinos in Japan. Das erste Opfer sind die Betreiber der Pachi-Spielhallen.

Kasinozugang beschränkt

Die Debatte über die Legalisierung von Kasinos hat die Aufmerksamkeit der japanischen Bevölkerung auf das Problem der Spielsucht gelenkt. Zur Beruhigung der Öffentlichkeit soll der Zugang zu den Spielhöllen beschränkt werden. Mehr als drei Mal pro Woche und zehn Mal im Monat sollen in Japan lebende Personen, egal ob Japaner oder Ausländer, ein Kasino nicht betreten dürfen. Außerdem wird jedes Mal eine Eintrittsgebühr von 6.000 Yen (45 Euro) erhoben.

Im Zuge dieser Diskussion mussten sich Politik und Verwaltung auch mit den Pachi-Hallen befassen. Pachi-Hallen, wie sie in Japan genannt werden, bedeutet: Dort stehen zahllose flipperähnliche Automaten (Pachinko) und Slotmaschinen (Pachislot). Nach japanischem Recht gehört dieses Geschäft zur Unterhaltungsindustrie, weil es nur Sachpreise als Gewinne gibt. Allerdings kann man diese Preise außerhalb der Pachi-Hallen in Geld umtauschen.

Nach einer Umfrage des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2013 wird die Zahl der Pachinko- und Pachislot-Süchtigen in Japan auf mehr als fünf Millionen geschätzt. Das gilt unter Kennern als zu hoch gegriffen. Eine spätere akademische Studie nannte die Zahl von 900.000 Süchtigen. Als Folge der Kasinodebatte wurden die Gewinnmöglichkeiten jedoch eingeschränkt.

Begrenzte Gewinnmöglichkeiten

Seit Februar spucken die Pachinko-Automaten nur noch maximal 1.500 Metallkugeln als Gewinn aus. Zuvor waren es 2.400. Die gleiche Kürzung um 37,5 Prozent gilt für die Pachislot-Maschinen. Die maximale Gewinnmenge wurde von 480 auf 300 Spieleinheiten verringert. Laut der Vorgabe der Nationalen Polizeiagentur dürfen die Spieler innerhalb von vier Stunden nur noch maximal 50.000 Yen gewinnen. Bisher waren es 100.000 Yen.

Die Pachi-Industrie schrumpft seit Jahrzehnten, weil junge Leute lieber auf dem Smartphone oder Konsolen spielen. Die Umsätze der Industrie sind von 33 Billionen Yen im Jahr 2005 nach Angaben einer Branchen-Webseite auf 22 Billionen Yen im Jahr 2016 gesunken. Dabei fiel die Zahl der Pachi-Hallen von 18.000 im Jahr 1995 auf 10.300 im Jahr 2017. Dieser Niedergang dürfte sich durch die nun begrenzten Gewinnchancen beschleunigen.

Foto: Pachinko-Spielhalle (flickr/ccdoh1 CC BY-NC-ND 2.0)