Tokio (JAPANMARKT) – Nordrhein-Westfalen hofft auf eine Zunahme von japanischen Ansiedelungen und Investitionen. Denn dafür gibt es zwei neue Motoren.

Aufschwung durch Freihandel

Das größte deutsche Bundesland könnte nämlich vom Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Japan erheblich profitieren, denn dabei entsteht die größte Freihandelszone der Welt. Das Abkommen biete für das Bundesland Nordrhein-Westfalen und die Landeshauptstadt Düsseldorf „enorme Chancen“ – aufgrund der Position als größter und wichtigster Japanstandort in Kontinentaleuropa und aufgrund der Funktion als Drehscheibe für den internationalen Handel.

Das erklärten NRW–Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, Oberbürgermeister Thomas Geisel, Japans Generalkonsul Ryuta Mizuuchi, der Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf Andreas Schmitz, sowie Ryo Koba von der Japan External Trade Organisation (JETRO), Masaru Abe von der Japanischen Industrie- und Handelskammer (JIHK) und Ruprecht Vondran vom Deutsch-Japanischen Wirtschaftskreis (DJW) im Düsseldorfer Rathaus.

Mit ihrem gemeinsamen Auftritt wollten die Beteiligten unterstreichen, dass Düsseldorf und Nordrhein-Westfalen im bilateralen Wirtschaftsaustausch mit Japan eine besondere Rolle einnehmen. Seit mehr als 60 Jahren prägen der intensive Handel und Austausch mit Japan die Wirtschaft und das Leben in Nordrhein–Westfalen und der Region Düsseldorf. Heute gibt es 617 japanische Unternehmen in NRW, während rund 100 Unternehmen aus NRW Tochtergesellschaften in Japan unterhalten.

Brexit als zweiter Faktor

Als Folge des Abbaus von Zöllen und nichttarifären Hürden könnten die deutschen Exporte nach Japan um bis zu 70 Prozent steigen, nachdem es wie bisher geplant 2019 in Kraft tritt. Ökonomen etwa des Münchner Ifo-Instituts erwarten auch eine Zunahme der gegenseitigen Direktinvestitionen in Deutschland und Japan. NRW und Düsseldorf sehen sich dabei als mögliche Nutznießer. Düsseldorfs Oberbürgermeister Geisel sprach von einem Meilenstein in den Beziehungen zwischen der EU, Deutschland und Japan.

Nach Angaben der Stadt siedeln sich bereits jährlich 23 neue japanische Unternehmen an. Diese Zahl könnte wegen des steigenden Freihandels weiter zunehmen. Als zweiten Faktor sehen das Bundesland NRW und seine Hauptstadt die Trennung von Großbritannien von der Europäischen Union. Danach würden mehr japanische Unternehmen ihre Europazentralen entweder nach Düsseldorf verlegen oder von vornherein dort ansiedeln. Allerdings wird dies erst passieren, wenn die Details des Brexit festgelegt worden sind.

Foto: Ruprecht Vondran (DJW), Andreas Schmitz (IHK), Japans Generalkonsul Ryuta Mizuuchi, NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, Oberbürgermeister Thomas Geisel, Masaru Abe (JIHK) und Ryo Koba (JETRO, v.l.n.r.) (© Uwe Schaffmeister/Landeshauptstadt Düsseldorf)