Tokio (JAPANMARKT/fr) – Eine deutsche Biografie über den deutschstämmigen US-Investor Peter Thiel wird in Japan zum Bestseller. Der Verlag ist nicht wirklich überrascht.

Peter Thiel als Vorbild

Facebook, PayPal, Palantir – Wie Peter Thiel die Welt revolutioniert“ heißt das Buch von Thomas Rappold, das im renommierten Finanzbuch-Verlag im vergangenen September in Deutschland erschienen ist. Nur rund ein halbes Jahr später findet die Übersetzung des Buches in Japan reißenden Absatz. In den ersten sechs Verkaufstagen wurden über 20.000 Exemplare ausgeliefert und bestellt, der Nachdruck von zunächst 5.000 Stück wird bereits vorbereitet. Thiel wurde in Deutschland geboren und ist in den USA aufgewachsen. Der 50-Jährige besitzt die deutsche, die US-amerikanische und die neuseeländische Staatsbürgerschaft.

Das Buch ist laut getAbstract, dem Schweizer Dienst für die Zusammenfassung von Buchinhalten, „weniger eine Biografie als ein thematisch geordnetes Dossier, zusammengestellt von einem Autor, der für Thiel offenbar eine Menge Sympathie hegt“. Schwierige Kapitel halte Rappold betont kurz, dafür beschäftige er sich recht detailliert mit Thiels unternehmerischen und finanziellen Prinzipien, die prägend für viele andere waren. Eine interessante Lektüre für alle, die wissen wollen, wie das Silicon Valley tickt, findet getAbstract.

„Verehrt wie ein Gott“

Das Buch ist in Japan unter dem Titel „Der Ehrgeiz des rebellischen Unternehmers Peter Thiel, der es mit der Welt aufnahm“ erschienen. Übersetzt wurde das Buch von Momoko Akasaka, die sich durch ihre Übertragungen von Romanen und Sachliteratur aus dem Deutschen einen Namen in Japan gemacht hat. Den Erfolg des Thiel-Buches erklärt Lektor Naoyasu Tomikawa vom Verlag Asukashinsha mit der Faszination, die Peter Thiel auf viele junge und moderne Japaner ausübe. „Die meisten Käufer sind Mitarbeiter und Gründer von Start-up-Unternehmen, junge Angestellte und Studenten“, erklärte Tomikawa gegenüber JAPANMARKT.de.

Als Gründe für den hohen Absatz nennt der Lektor eine „Sehnsucht von jungen Business-Leuten in Japan nach dem Silicon Valley“. Thiel würde wie ein Gott verehrt, meinte Tomikawa. Thiels eigenes Buch „Zero to One – Wie Innovation unsere Gesellschaft rettet“ sei in Japan zuvor fast 100.000 Mal verkauft worden. Das neue Buch erkläre erstmals den Hintergrund von Thiel, seine Geschäftsphilosophie und seine erfolgreichen Investitionen unter anderem in Paypal, Facebook und Palantir.

Foto: Buchumschlag in Japan (Asukashinsha)