Tokio (JAPANMARKT) – Fugu gilt in Japan als lebensgefährliche Delikatesse. Doch das Risiko ist inzwischen de facto auf Null geschrumpft.

Gesäuberter Fugu

In der Region Osaka mussten die Betreiber von Fugu-Restaurants früher einen Koch beschäftigten, der eine staatliche Lizenz für das Herausschneiden der Leber und Eierstöcke besaß, in denen das todbringende, muskellähmende Gift des Kugelfisches saß. Inzwischen wird diese Prozedur jedoch schon bei den Großhändlern vorgenommen.

Restaurants, die nur solchen migaki fugu (gesäuberten Fugu) servierten, brauchten jedoch immer noch einen ausgebildeten Spezialisten für Fugu und eine Betriebsgenehmigung des Gouverneurs der Präfektur.

Jetzt hat die Verwaltung diese Auflagen aufgehoben. Restaurants und Supermärkte dürfen den „sauberen Fugu“ jetzt ohne Einschränkungen verkaufen und servieren. Das soll das Geschäft mit dem Kugelfisch ankurbeln. Durch die Aufhebung der Beschränkung wird der Verkauf von Fugu erleichtert. Zugleich dürfte der Preis sinken, da die (kostenpflichtige) Lizenzierung wegfällt.

Landesweiter Trend

Die Stadtregierung von Tokio hatte auf die Lizenzierung von Fugu-Händlern bereits vor sechs Jahren verzichtet, solange sie nur die „Migaki“-Variante anbieten. Seit dem Jahr 2012 müssen sie lediglich die lokale Gesundheitsbehörde von ihrem Geschäft informieren. Nach Informationen der Zeitung „Asahi“ folgt inzwischen die Hälfte der Präfekturen dieser Fugu-Politik.

Der Grund dafür ist, dass der meiste Fugu heutzutage gesäubert in den Handel für Endverbraucher kommt. Der letzte Todesfall durch Fugu passierte 1990, als ein Mann in Osaka den kompletten Fisch zu Hause zubereitete. Die Region Osaka konsumiert 60 Prozent der jährlichen Fugumenge in Japan.

Foto: Fugu-Restaurant (flickr/Michael Rhodes CC BY-NC 2.0)