Tokio (JAPANMARKT) – Wirtschaftschaftlich sind China und Japan schon eng verbunden; über die Wirtschaft wollen sie nun auch ihre politischen Beziehungen verbessern.

Bekämpfung von Protektionismus

Bei dem ersten Dreiergipfel in Ostasien seit 2015 kündigten Japans Premierminister Shinzo Abe, sein chinesischer Amtskollege Li Keqiang und Südkoreas Präsident Moon Jae-in an, alle Formen des Protektionismus zu bekämpfen und sich für ein freies und offenes multilaterales Handelssystem einzusetzen. Die drei Länder repräsentieren zusammen ein Fünftel der globalen Wirtschaftsleistung und erzielen jeweils hohe Handelsdefizite mit den USA.

Die drei Regierungschefs vereinbarten, ihre schon länger laufenden Verhandlungen über ein trilaterales Freihandelsabkommen zu beschleunigen. Zugleich wollen sie sich für das Zustandekommen der Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) einsetzen. Diese von China angestoßene Freihandelszone soll asienweite Zollsenkungen von Indien bis Neuseeland bringen.

Das Gipfeltreffen in Tokio stand besonders im Zeichen der Verbesserung der Beziehungen zwischen China und Japan, die seit dem Ausbruch eines Streits um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer im Herbst 2012 auf Eis lagen. Bereits Mitte April hatten beide Seiten nach fast acht Jahren Unterbrechung ihren Wirtschaftsdialog wiederaufgenommen. Wenige Tage vor dem Treffen mit Regierungschef Li hatte Japans Premier Abe erstmals direkt mit Chinas Präsident Xi Jinping direkt telefoniert. Gegenseitige Staatsbesuche sind ins Auge gefasst.

Direktinvestitionen am Finanzmarkt

Bei einem gesonderten Treffen in Tokio vereinbarten Abe und sein Amtskollege Li ein gemeinsames Gremium für Infrastrukturprojekte mit privater und staatlicher Beteiligung. Außerdem verständigte man sich darauf, Verhandlungen über die Wiederbelebung eines Währungsswap-Paktes aufzunehmen. China wiederum erlaubt Japan erstmals direkte Investitionen am eigenen Finanzmarkt.

Dafür erhalten japanische Investoren eine Quote von 200 Milliarden Yuan (26,5 Milliarden Euro), um Aktien, Anleihen und Terminkontrakte zu erwerben. Ausländer können wegen Kapitalverkehrskontrollen nicht direkt in chinesische Wertpapiere investieren. Japans größte Investmentbank Nomura beantragte bereits am nächsten Tag die Gründung eines Wertpapierhändlers in China mit dem Fokus Vermögensverwaltung.

Foto: Premierminister Shinzo Abe und Li Keqiang (Kantei)