Tokio (JAPANMARKT) – Panasonic zögert angeblich, die Partnerschaft bei Batteriezellen mit Tesla auszubauen. Dafür gibt es gleich vier Gründe.

Ausbau nicht beschlossen

Zwar erklärte Panasonic-Chef Kazuhiro Tsuga bei der Vorlage der Jahresbilanz am Donnerstag, man könnte gemeinsam in China produzieren. Acht Tage zuvor hatte Tesla-Chef Elon Musk angekündigt, er werde bald den Standort für eine Gigafactory in China mitteilen.

Aber namentlich nicht genannte Manager von Panasonic wurden in der Finanzzeitung „Nikkei“ mit der Aussage zitiert, dieser Plan sei nicht in Stein gemeißelt. Das Zögern der Japaner hängt mit den eigenen Investitionen von 200 Milliarden Yen (1,5 Milliarden Euro) in die erste Gigafactory in Nevada zusammen. Dort stellt Panasonic exklusiv für Tesla Lithium-Ionen-Batteriezellen her.

Riskante Gigafactory in China

Doch eine Erweiterung der Partnerschaft ist schwierig: Erstens läuft die Produktion von Tesla in Nevada bislang so langsam an, dass sich die Investition von Panasonic erst später amortisieren wird. Zweitens ist Tesla bisher in China noch gar nicht als Produzent vertreten, weil Musk den vorgeschriebenen chinesischen Partner abgelehnt hat. Eine Gigafactory in China ergibt daher aktuell wenig Sinn.

Drittens wächst Panasonic dort ein gefährlicher Konkurrent heran: Das chinesische Unternehmen Contemporary Amperex Technology (CATL) will seine Produktionskapazität in den drei Jahren bis 2020 auf 50 Gigawattstunden verdoppeln. CATL beliefert schon VW und BMW und hat angeblich Nissan und Renault als Kunden gewonnen. Das macht es für Panasonic schwierig, sich in China so stark auf Tesla zu konzentrieren.

Viertens wollen die Japaner mit Toyota die nächste Akku-Technologie entwickeln. Auch dies dürfte die Treue zu Tesla schwächen.

Foto: Elektroauto-Produktion von Tesla in Fremont (Wikipedia CC BY 2.0)